Fehlstart

Eisbären helfen nur noch Siege in der Champions League

Nach zwei Niederlagen stehen die Berliner unter Druck

Man muss sie an ihren Worten messen. „Für uns fängt die Saison jetzt richtig an“, hatte Manager Peter John Lee also gesagt, als der EHC Eisbären am Freitag die Champions Hockey League (CHL) anging, den neuen kontinentalen Wettbewerb im Klub-Eishockey. Schon einen Tag und zwei Spiele später bleibt festzuhalten, dass die Berliner einen Fehlstart in die Saison hingelegt haben. Gab es gegen den tschechischen Meister PSG Zlin noch einen Punkt (3:4 n.P.), so ging der EHC in der Schweiz beim HC Fribourg-Gotteron (3:6) leer aus.

Gut, ganz glücklich erscheinen die Umstände nicht. Nach der ersten Partie am Freitagabend musste die Mannschaft gleich am nächsten Morgen um sechs Uhr am Flughafen sein, bereits abends fand das Spiel statt gegen einen Gegner, der einen Tag Pause hatte. Beschäftigen wollten sich die Eisbären damit nicht. „Wir sind fit genug und können das spielen, ohne dass es zu einem Leistungsabfall kommt“, so Verteidiger Constantin Braun, „außerdem ist mehr Zeit für den Mittagsschlaf.“ Erholsam genug war dieser aber offenbar nicht bei allen.

Auf die Kondition wirkte sich das freilich nicht aus, dafür auf die mentale Frische. Das musste auch Trainer Jeff Tomlinson erkennen, via TV allerdings, denn der 44-Jährige ist derzeit nicht arbeitsfähig. Vermutlich war es eine Lebensmittelvergiftung, die einen Prozess auslöste, in dessen Verlauf der Deutsch-Kanadier sehr schlechte Nierenwerte bekam. Inzwischen geht es ihm schon besser. Die beiden Spiele trugen dazu jedoch nur bedingt bei. „Ich hatte gemischte Gefühle beim Anschauen, so zwischen: Wow! und: Was soll das? ungefähr“, sagt der Coach, der an der Bande von Sportdirektor Stefan Ustorf und Assistent Marian Bazany vertreten wurde.

Das „Wow!“ bezog sich auf „schöne Aktionen und Pässe“, das zeige, dass die „vergrößerte Offensivzone uns liegt“. Nur nutzt das wenig, wenn es auch die andere Seite gibt, die Puckverluste und die „dummen individuellen Fehler“, die von Gegnern dieser Kategorie bestraft werden. „Wir schenken die Gegentore zu leicht her“, sagt Tomlinson, dessen Mannschaft nach zwei von sechs Gruppenspielen schon unter Druck steht. Für den angepeilten Achtelfinaleinzug „müssen wir den Rest der Spiele gewinnen“, so der Coach, der am 5. September mit seinem Team bei Djurgarden Stockholm antritt.

Eine Grundvoraussetzung dafür scheint zumindest gegeben. „Wir sehen spritzig aus. Das ist erst mal gut“, sagt der Trainer und freut sich über den Fitnesszustand der Profis. Mit etwas mehr Konzentration und Konstanz im Spiel sowie einer geringeren Fehlerquote ließen sich die Ergebnisse besser gestalten. Die Arbeit an diesen Dingen will Jeff Tomlinson bald wieder persönlich aufnehmen. Dienstag steht ein Arztbesuch auf dem Plan, er hofft, dass es dann schon grünes Licht für ihn gibt.