DFB-Pokal

Werder Bremen verhindert knapp einen Fehlstart

Herthas erster Liga-Gegner siegt erst nach Verlängerung

Das lange vermisste Glücksgefühl eines Pokalsieges kosteten die Bremer Profis in der Fankurve aus, auch wenn das Weiterkommen kein Ruhmesblatt war. Immerhin konnte der Bundesligist mit einem 3:2 (1:1, 1:1)-Erfolg nach Verlängerung gegen die Regionalliga-Amateure des FV Illertissen die Fortsetzung der Pleiten-Serie im DFB-Pokal vermeiden. „Ein Ausscheiden hätte eine verheerende Wirkung für uns gehabt“, sagte Werder-Trainer Robin Dutt, der den Gegner mehrfach hatte beobachten lassen und zudem zwei Geheimtrainings vor dem Spiel angesetzt hatte. Nach dem Sieg gestand Dutt dann erleichtert: „Selbst beim 3:1 konntest du nicht sicher sein.“ Am Sonnabend tritt Werder zum Bundesligaauftakt bei Hertha BSC an.

Abwehrspieler Assani Lukimya (92. Minute) und U19-Europameister Davie Selke (99.) sorgten in der Verlängerung mit einem Doppelschlag für den ersten Bremer Pokalsieg nach exakt vier Jahren und zwei Tagen. Der sechsmalige Champion, hinter Bayern München zweiterfolgreichster Klub im DFB-Pokal, war zuletzt dreimal gegen Drittligisten ausgeschieden. „Das ist Pokal, das ist ein Phänomen, die Amateure machen das Spiel des Lebens“, kommentierte Torschütze Lukimya. Auch der junge Selke hob das Wichtigste hervor: das Weiterkommen. „Wir können im Großen und Ganzen zufrieden sein, dass wir gewonnen haben.“

Drei Neue in der Startelf

Allerdings konnte der Viertligist gegen den Bundesligisten durch Marc Hämmerle sogar noch einmal zurückschlagen (102.). Moritz Nebel (25.) hatte für den moralischen Sieger, der sich mit einer Einnahme von rund 200.000 Euro trösten musste, die frühe Bremer Führung von Izet Hajrovic (4./Handelfmeter) ausgeglichen. „Wir können sehr stolz sein. Für den FV Illertissen war das ein großes Fußballerlebnis“, erklärte FVI-Trainer Holger Bachthaler.

Dutt bot in der Startelf die Zugänge Izet Hajrovic, Alejandro Galvez und Fin Bartels auf. Und der Werder-Coach konnte schnell jubeln: Illertissens Sebastian Schaller sprang der Ball im Strafraum an die Hand – und der von Galatasaray Istanbul gekommene Mittelfeldspieler Hajrovic verwandelte den Elfmeter. Danach investierte Bremen zu wenig. Der viertklassige Gegner konnte die Partie bis zum Abpfiff mehr als nur offen gestalten und wurde oft nach Freistößen gefährlich. Einen verlängerte der 22 Jahre junge Nebel zum 1:1. Bis zur Pause blieb die Partie ausgeglichen – und Dutt stapfte nachdenklich in die Kabine.

Der Werder-Coach reagierte, brachte den späteren Torschützen Selke für Bartels. Der U19-Europameister erhielt sogar den Vorzug gegenüber dem erfahrenen Nils Petersen, der auf der Bank schmoren musste. „Nils wird noch sehr viele Spiele in der Saison machen“, kommentierte Dutt später.