DFB-Pokal

Seriöser Start der Weltmeister

Pokalverteidiger Bayern lässt Münster trotz Personalsorgen keine Chance

Nach dem Spaziergang in die zweite Runde des DFB-Pokals konnte selbst Pep Guardiola lächeln. Anders als vor fünf Tagen in Dortmund, als ihm die Supercup-Niederlage beim BVB und die schwere Verletzung von Javier Martinez aufs Gemüt geschlagen hatten, wirkte der Trainer des FC Bayern München gelöst. „Ich gratuliere meiner Mannschaft für ihre Seriosität. Heute sind wir zufrieden“, kommentierte er das 4:1 (2:0) bei Drittligist Preußen Münster.

Dank der Hilfe von fünf Weltmeistern erfüllte seine Mannschaft vor 16.797 Zuschauern im ausverkauften Preußen-Stadion locker die Pflicht und machte den ersten Schritt zur erfolgreichen Cup-Verteidigung. Zum 20. Mal in Folge, seit dem 0:1 bei der TSV Vestenbergsgreuth in der Saison 1994/95, überstanden die Bayern die erste Runde. Die noch in Dortmund geäußerte Sorge, dass es seiner Mannschaft bis zur Winterpause an der nötigen Fitness und Klasse fehlen könnte, relativierte Guardiola in Münster und schränkte den Zeitraum ein. „Wir haben gesehen, dass wir noch nicht ganz fit sind. Aber ich hoffe, in zwei Wochen verbessern wir unsere Kondition.“

Nach holprigem Start in die Partie fanden die Bayern dank der Führung durch WM-Torheld Mario Götze (19.) per Kopf zu ihrer gewohnten Klasse. Thomas Müller (29.) sorgte mit seinem 100. Pflichtspiel-Tor für die Bayern vor der Pause für ein beruhigendes Ergebnis. David Alaba (52.) und Claudio Pizarro (73.) machten nach dem Wechsel den standesgemäßen Erfolg perfekt.

Der Rekord-Pokalsieger konnte die Partie somit über weite Strecken nutzen, sich für den Erstliga-Auftakt am Freitag gegen den VfL Wolfsburg weiter einzuspielen. „Wir sind auf einem relativ guten Niveau“, kommentierte Torschütze Götze, gab aber zu bedenken, dass vor allem die WM-Rückkehrer „noch ein wenig an ihrer Fitness arbeiten müssen“. Das 1:4 des Niederländers Rogier Krohne (89.) durch einen von Jerome Boateng verschuldeten Handelfmeter störte niemand bei den Bayern.

Guardiola, der nach dem langfristigen Martinez-Ausfall noch einen Defensivspezialisten sucht, setzte anders als beim 0:2 am Dienstag gegen Dortmund in Götze, Müller, Neuer, Boateng und Kapitän Philipp Lahm auf weltmeisterliche Stärke. Nur Bastian Schweinsteiger musste wegen Patellasehnen-Problemen passen. Dafür feierte Abwehrspieler Holger Badstuber nach zwei Kreuzbandrissen und 20 Monaten Pause sein Pflichtspiel-Comeback. „Er hat gut gespielt. Wir haben seine Qualität und seine Persönlichkeit gesehen“, meinte Guardiola.

Auf Fragen, wie es mit der Suche nach einem Ersatz für Martinez vorangeht, wollte Guardiola nur indirekt eingehen: „Kein Kommentar, wir werden es probieren.“ Doch selbst für den Fall, dass der FC Bayern in der Kürze der Zeit auf dem Transfermarkt nicht fündig wird, sieht sich der Coach für die Saison gerüstet. „Aber wir können auch mit dieser Mannschaft spielen.“

Augsburg und Paderborn draußen

Bundesligist FC Augsburg hat sich dagegen blamiert. Die Schwaben verloren nach enttäuschender Vorstellung bei Regionalligist 1. FC Magdeburg mit 0:1 (0:0). Das Tor erzielte Christian Beck (57.). Auch Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn scheiterte trotz Führung durch Süleyman Koc (27.) mit 1:2 (1:1, 1:1) nach Verlängerung bei Zweitligist RB Leipzig. Für die Sachsen trafen Anthony Jung (43.) und Clemens Fandrich (109.). Soeben in die zweite Runde rettete sich der VfL Wolfsburg, der beim Zweitliga-Aufsteiger Darmstadt 98 mit 5:4 im Elfmeterschießen siegte.