Leichtathletik-EM

Linda Stahl muss sich im Endspurt mit Bronze begnügen

Speerwerferin Linda Stahl bescherte den deutschen Leichtathleten die vierte Medaille bei der EM, verpasste aberdas erhoffte Gold.

Die 28-jährige Ärztin führte bis zum fünften Durchgang mit 63,91 Metern. Dann zogen Weltrekordlerin Barbora Spotakova (Tschechien/ 64,41) und Tatjana Jelaca (Serbien/64,21) an der Leverkusenerin vorbei. So blieb Stahl Bronze. Spotakova feierte ein grandioses Comeback, nachdem sie Mutter geworden war.

Lisa Ryzih (Zweibrücken), flog im Stabhochspringen über 4,60 Meter und damit auf den undankbaren vierten Platz. Der Titel ging an die Russin Anshelika Sidorowa (4,65 m). Dahinten landeten mit jeweils fünf Zentimetern weniger die Griechin Nikolia Kiriakopoulou, Angelina Schuk-Krasnowa (ebenfalls Russland) und Ryzih. Die 25-Jährige hatte die meisten Fehlversuche, ging deshalb leer aus.

15.000 Zuschauer im Letzigrund-Stadion staunten über Mahiedine Mekhissi-Benabbad: Der Franzose zog als Führender im Finale über 3000-m-Hindernis eingangs der Zielgeraden sein Trikot aus wie ein Fußballer beim Torjubel. Mit dem Stoff zwischen den Zähnen überquerte er die Ziellinie als Erster nach 8:25,30 Minuten – ein dummer Streich. Die Kampfrichter disqualifizierten Mekhissi-Benabbad. Neuer Titelträger ist nun sein Landsmann Yoann Kowal (8:26,66).

Im Siebenkampf liegt Carolin Schäfer (Frankfurt) auf Medaillenkurs. Die 22 Jährige ist nach den vier Disziplinen mit 3845 Punkten Zweite, nur sechs Zähler hinter der führenden Nafissatou Thiam (Belgien). Dritte ist Hallenweltmeisterin Nadine Broersen aus den Niederlanden (3841). Lilli Schwarzkopf aus Hannover liegt mit 3670 Punkten zunächst auf dem siebten Platz. Schäfers Vereinskollegin Claudia Rath geht als Achte mit 3669 Zählern in den zweiten Wettkampftag.