Handball

Kollegen trauen Sigurdsson Job als Bundestrainer zu

Heute wird der Coach der Handball-Füchse berufen

Die Bühne ist bereitet. Heute wird Dagur Sigurdsson, 41, in Leipzig als neuer Handball-Bundestrainer für die Männer-Nationalmannschaft präsentiert. Am Sonntag hatten die Füchse Berlin ihrem Chefcoach die Freigabe ab 1. Juli 2015 erteilt, so dass er nun ein Jahr lang Vereins- und Bundestrainer in Doppelfunktion ist. Vor der Ernennung wurde Sigurdsson schon mal verbal geadelt. „Ich kenne ihn ganz gut. Er hat hervorragende Arbeit gemacht“, lobte Kiels Meister-Trainer Alfred Gislason seinen isländischen Landsmann. Aber nicht nur Gislason, der mit dem SC Magdeburg und dem THW Kiel viermal die Champions League gewonnen hat, ist von Sigurdssons Fähigkeiten begeistert. Auch Islands Rekord-Nationalspieler Geir Svensson (340 Spiele) hält viel von ihm. „Wir haben in Wuppertal zusammen gespielt und in der Nationalmannschaft. Er ist ein super Freund“, sagte der ehemalige Kreisläufer, der seit dieser Saison den SC Magdeburg trainiert.

Aus seiner Sicht ist Sigurdsson eine gute Wahl als Bundestrainer. „Er hat gute Qualitäten. Bei den Füchsen hat er einen super Job gemacht. Er als Bundestrainer, das passt zu 100 Prozent. Ich bin 100 Prozent davon überzeugt, Dagur macht das gut“, erklärte Sveinsson. Darin ist er sich auch mit seinem Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt einig. „Er hat in Berlin bewiesen, dass er mit jungen Leuten arbeiten kann. Wiede, Drux, Thümmler – das sind alles Leute aus den eigenen Reihen. Da muss man den Hut vor ziehen. Und dann noch DHB-Pokalsieger geworden. Er ist sicherlich einer der besten Trainer der Liga“, sagte der Vizepräsident der Handball-Bundesliga (HBL). Doch wie zuvor schon Gislason hat auch Schmedt leichtes Bauchgrummeln bei der Doppelfunktion Klub- und Bundestrainer. „Langfristig ist das natürlich keine Option. Das heißt, man kann immer mit Übergangsfristen operieren. Aber es muss dann auf Sicht auch klar sein, dass die volle Konzentration der Nationalmannschaft gilt“, sagte er. Oliver Roggisch, Teammanager der Nationalmannschaft, sieht dies ebenfalls skeptisch. „Über einen langen Zeitraum ist das schwierig, weil es so viele Aufgaben gibt. Aber über ein Jahr ist das möglich“, sagte er.