Olympia-Qualifikation

Deutsche Kanuten erleiden bei WM in Moskau Schiffbruch

Die deutschen Kanuten haben bei den Weltmeisterschaften in Moskau ein Debakel erlebt und blicken nun voller Sorgen auf die Olympia-Qualifikation im kommenden Jahr. Nur drei Medaillen über die olympischen Strecken heimsten die seit Jahrzehnten erfolgsverwöhnten Paddler am Wochenende ein und schnitten damit so schlecht ab wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Bisher stand der Negativrekord bei fünf Plaketten von den Weltmeisterschaften 2010 in der polnischen Stadt Posen.

„Die Enttäuschung ist groß, aber ich würde nicht von einer Krise reden“, kommentierte Verbandspräsident Thomas Konietzko das bittere Resultat: „Wir haben immer noch mehr Medaillen geholt, als die meisten anderen olympischen Sportarten hierzulande von ihren Weltmeisterschaften heimbringen.“

Dennoch waren die Titelkämpfe in Russlands Hauptstadt eine krachende Niederlage für den Deutschen Kanu-Verband (DKV), bei dem langjährige Leistungsträger wie die Olympiasiegerinnen Franziska Weber und Tina Dietze oder der Olympia-Dritte Max Hoff sich und Bundestrainer Reiner Kießler teils schwer enttäuschten. Einzig Canadier-Einer-Ass Sebastian Brendel ragte aus einer mauen Teamleistung heraus. Der Potsdamer ließ den Goldmedaillen vom Sonnabend über 1000 und 5000 Meter einen Tag später noch Silber über 500 Meter folgen. Über die olympische Mittelstrecke paddelte der 26-Jährige in 3:44,578 Minuten gar zu einer Weltbestzeit. „Am Montag werden wir mit Ruhe und Sachverstand unsere Analyse beginnen“, kündigte Konietzko an und demonstrierte Vertrauen in die etablierten Kräfte: „Ich bin sicher, dass diejenigen, die in der Vergangenheit die Weltspitze mitbestimmt haben, das im nächsten Jahr wieder schaffen.“

Im kommenden Jahr muss vieles deutlich besser laufen, wenn einige Paddler nicht schon vorzeitig ihre Ambitionen für die Spiele in Rio de Janeiro begraben wollen. Bei den Weltmeisterschaften 2015 in Mailand vergibt der Internationale Kanu-Verband ICF einen Großteil seiner Startplätze für das Ringe-Spektakel in Brasilien. „Da müssen wir die Quotenplätze holen und auf Nummer sicher gehen“, befand Konietzko.