Handball

Ein Fuchs für Deutschland

Dagur Sigurdsson soll als Bundestrainer die Handballer zurück in die Weltspitze führen

Dagur Sigurdsson weilt in der Lüneburger Heide. Einen Blick für die wunderschöne Natur hat der Trainer der Füchse Berlin aber nicht, er verbringt die meiste Zeit des Tages in der Sporthalle der Stadt Schneverdingen. Bei einem der besten Vorbereitungsturniere Europas stimmt der Isländer seine Handballprofis auf die neue Saison ein, die für die Füchse am 19. August mit dem Supercup gegen den THW Kiel beginnt. Am Freitag gewannen die Berliner ihre erste Partie gegen Kolding-Kopenhagen 28:25 (13:10).

Sigurdsson hat zurzeit große Herausforderungen zu meistern. So muss er den Ausfall seines Regisseurs Bartlomiej Jaszka kompensieren. Der Pole, einer der besten Spielmacher der Liga, fällt nach einer Schulter-Operation für mehrere Monate aus. Für ihn wurde der Serbe Petar Nenadic verpflichtet. Zudem müssen die Junioren-Europameister Paul Drux und Fabian Wiede jetzt noch mehr Verantwortung auf den Königspositionen im Rückraum der Füchse übernehmen. Doch damit nicht genug, Sigurdsson soll künftig auch noch die deutsche Handball-Nationalmannschaft wieder zurück an die Weltspitze führen. Laut Informationen der Berliner Morgenpost wird der 41 Jahre alte Isländer neuer Bundestrainer der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) und damit Nachfolger von Martin Heuberger.

Sigurdssons Berater Wolfgang Gütschow hielt sich bedeckt: „Bevor nichts vom DHB veröffentlicht wird, werde ich keinen Kommentar dazu abgeben.“ Noch will beim Verband niemand die Entscheidung bestätigen, immerhin aber gab der DHB bekannt, dass am Dienstag in Leipzig der neue Bundestrainer verkündet wird. „DHB und HBL haben gemeinsam eine optimale Lösung für den deutschen Handball gefunden. Daher werden wir diese auch gemeinsam vorstellen“, sagte Verbandspräsident Bernhard Bauer.

Derweil hat Füchse-Präsident Frank Steffel bestätigt, vom DHB die offizielle Anfrage auf Freigabe von Sigurdsson als Bundestrainer erhalten zu haben. Im von Bauer verfassten Brief unterstreicht der DHB-Präsident, dass Sigurdsson nach vielen Gesprächen unter Berücksichtigung der „Perspektive 2020“ (da soll olympisches Gold errungen werden) Wunschkandidat des DHB-Präsidiums und HBL-Präsidenten ist. „Diese Anfrage bedeutet für mich die schwerste Entscheidung meiner Amtszeit“, sagte Steffel, „Dagur hat unseren Verein entscheidend geprägt und uns zum ersten Titel der Geschichte geführt.“ Vertraglich ist Sigurdsson noch bis Sommer 2017 an die Füchse gebunden. Bis Anfang nächster Woche will Steffel über eine Freigabe des Trainers entscheiden. „Die große Dankbarkeit für seine Arbeit und die Wertschätzung für die Arbeit von Bernhard Bauer als DHB-Präsident führen dazu, dass ich das Thema ernsthaft prüfe. Dennoch habe ich mir die entsprechende Bedenkzeit erbeten“, sagte Steffel.