Schwimm-Meisterschaften

Phelps schwimmt hinterher und muss jetzt Wenden üben

Ungewohnter Auftakt für Michael Phelps bei den amerikanischen Schwimm-Meisterschaften:

Der Ausnahmeathlet schwamm in Irvine/Kalifornien über 100 Meter Freistil beim Erfolg von Favorit und Olympiasieger Nathan Adrian unerwartet deutlich hinterher – auf Rang sieben, über den er restlos bedient war. „Es ist ziemlich frustrierend, nicht mit einem brauchbaren Ergebnis in die Titelkämpfe zu starten – zumal ich mich im Vorlauf gut gefühlt habe“, betonte Phelps nach seiner Zeit von 49,17 Sekunden. Adrian siegte in 48,31 Sekunden – mit der gleichen Zeit war Paul Biedermann vor drei Monaten in Berlin Deutscher Meister geworden.

Phelps hatte sich im Vorlauf noch stärker als im Finale präsentiert. Am Vormittag verbuchte der 18-malige Olympiasieger noch die drittschnellste Vorlaufzeit, im hochkarätigen Finale mit in der Summe sieben Olympiateilnehmern und fünf Weltmeistern verpatzte er jedoch seine Wende. „Ich dachte, dass ich die Wand ganz gut angeschwommen bin, dennoch habe ich die Wende total verhauen. Danach wusste ich, dass ich keine Chance mehr habe“, sagte Phelps.

Nachdem der Rekord-Olympiasieger im Anschluss an die Spiele in London 2012 sein Karriere-Ende bekannt gegeben hatte, kehrte der Amerikaner im April in den Wettkampf-Pool zurück. „Vielleicht befolgt er jetzt meine Anweisung und übt die Wenden. Ich habe gesagt, dass die hier schlecht zu sehen sind“, meinte Trainer Bob Bowman mit einem leichten Lächeln. Letztlich lag sein Schützling 86/100 hinter Sieger Nathan Adrian.

Olympiasieger Adrian ließ auch dem zweiten großen US-Star, Ryan Lochte, keine Chance: Er verwies ihn mit einem Rückstand von 65/100 auf Rang zwei des Finales über 100 Meter Freistil. Während sich beide somit für die Panpazifischen Spiele in zwei Wochen in Australien qualifizierten, muss Phelps hoffen, es über eine andere Strecke ins US-Team zu schaffen. Insgesamt tritt er in Irvine über drei weitere Distanzen an. Die Resultate bei den US-Meisterschaften in Kalifornien entscheiden mit den Spielen in Australien über die Zusammensetzung des amerikanischen Teams für die Weltmeisterschaft 2015 in Kasan/Russland.