Primera Division

Weltmeister Mustafi für acht Millionen zum FC Valencia

Der spanische Krisenklub will mit Investorengeld an die Spitze

Bei seiner Präsentation in Valencia hat Shkodran Mustafi große Töne angeschlagen. Der Gewinn der spanischen Fußball-Meisterschaft sei trotz der mächtigen Konkurrenz um Real Madrid, FC Barcelona und Titelverteidiger Atletico Madrid auf jeden Fall möglich, sagte der 22-jährige Abwehrspieler am Donnerstag. Erst am Abend zuvor war sein Wechsel aus Genua perfekt.

Dass der sechsmalige spanische Meister zuletzt vor zehn Jahren die Primera Division gewann und 2008 in eine schlimme Finanzkrise schlitterte, die auch sportliche Spuren hinterließ, stört Mustafi überhaupt nicht. „Das habe ich schon vor der WM gesagt: Nicht das Team mit den namhaftesten Spielern gewinnt, sondern jenes, das als Mannschaft auftritt. Das haben wir mit Deutschland bei der WM in Brasilien bewiesen“, sagte er selbstbewusst.

Der Sohn albanischer Eltern, der für eine Ablöse von acht Millionen Euro von Genua zum FC Valencia wechselt, unterschrieb einen Fünfjahresvertrag bis 2019. Das sei ein Schritt vorwärts in seiner Fußballkarriere, versicherte der 1,84-Meter-Mann aus Bad Hersfeld. „Ich habe in vielen Ländern gespielt und überall etwas mitgenommen, etwas gelernt, das ist meine große Stärke“, sagte Mustafi.

Bei den „Ches“ wird er in der Innenverteidigung spielen. „Wir sind stolz, dass wir einen Weltmeister in unseren Reihen haben. Das war ein harter Kampf, viele Vereine wollten Mustafi haben, und wir haben uns durchgesetzt“, sagte Fußball-Direktor Francisco Perez. Ungeachtet seines Optimismus darf Mustafi in Valencia nicht mit schnellen Erfolgen rechnen. Der Champions-League-Finalist der Jahre 2000 und 2001 und Sieger des Uefa-Pokals 2004 erreichte zwar in der vergangenen Saison immerhin das Halbfinale der Europa League. Als Achter der Primera Division konnte das Team sich allerdings nicht erneut für die europäischen Wettbewerbe qualifizieren.

Der FC Valencia, aufgrund schlechter Geschäfte ein Opfer der spanischen Immobilienkrise von 2008, ist zwar mit schätzungsweise 300 Millionen Euro verschuldet. Singapur-Magnat Peter Lim, seit Mai neuer Klubbesitzer, will den Verein aber mit mindestens 300 Millionen Euro wieder an die Spitze Spaniens und Europas führen. Der 60-jährige Börseninvestor und Fischersohn gehört mit einem geschätzten Vermögen von rund 1,7 Milliarden Euro zu den 800 reichsten Menschen der Welt. Sein Geld wird Mustafi also bekommen.