Basketball

Mit einer Vorliebe für Machos und Justin Timberlake

Becky Hammon wird die erste Assistenztrainerin in der NBA

Ihr Engagement als erste weibliche Assistenztrainerin in der Macho-Welt der NBA feierte Becky Hammon ganz bei einem Konzert von Justin Timberlake. „Danke für all die Liebe und Unterstützung. Ich fühle mich unglaublich gesegnet“, twitterte die 37-Jährige am Ende eines turbulenten Tages. Hammon wird künftig als Co-Trainerin bei Meister San Antonio Spurs arbeiten – in der nordamerikanischen Profiliga ist dieser Schritt ein Meilenstein. „Ihr Basketball-IQ, ihre Arbeits-Einstellung und ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten werden den Spurs sicherlich weiterhelfen. Ich freue mich sehr auf sie“, sagte Cheftrainer Gregg Popovich.

Noch spielt Hammon bei den San Antonio Stars in der Frauen-Profiliga WNBA. Anschließend wird sie helfen, die Stars Tim Duncan, Tony Parker und Manu Ginobili auf die Mission Titelverteidigung vorzubereiten. Am 8. Oktober wird sie also nach Deutschland kommen, wenn Alba Berlin in der O2 World ein Testspiel gegen die Spurs bestreitet. „Ich bin so dankbar für die Chance, diese unglaublichen Athleten trainieren zu dürfen“, sagte Hammon: „Das ist ein großer Tag für die NBA und für uns Frauen.“

Es ist nicht verwunderlich, dass dieser Schritt in San Antonio vollzogen wird, denn der kauzige Popovich ist für Überraschungen gut. Fünfmal führte er die Spurs seit seinem Amtsantritt 1996 zum Titel. Dabei setzte der 65 Jahre alte „Coach Pop“ auf so viele ausländische Profis wie niemand zuvor. Und nun auf Hammon. Als Aufbauspielerin wurde sie sechsmal WNBA-Allstar und 2011 in den Kreis der 15 Besten in der Historie der Liga gewählt. Nachdem sie wiederholt nicht für das US-Nationalteam berücksichtigt worden war, bemühte sich die 1,68 Meter kleine Rebecca Lynn Hammon um die russische Staatsbürgerschaft – und gewann mit dem Team 2008 bei ihrer ersten Olympia-Teilnahme in Peking Bronze.

Ihr Schritt, für Russland zu spielen, wurde kontrovers diskutiert. Die frühere US-Trainerin Anne Donovan warf ihr fehlenden Patriotismus vor, doch Hammon blockte ab. „Ich liebe mein Land“, sagte Hammon, die 1999 nicht mal im Draft berücksichtigt worden war und sich trotzdem ihren Weg an die Spitze freikämpfte.

Am 23. Juli gab sie nach 16 Jahren ihren Rücktritt noch in diesem Monat bekannt, Gespräche mit den Spurs hatte es schon lange vorher gegeben. Bei einer Art Praktikum sammelte sie Erfahrungen. „Sie wollte trainieren, wenn sie fertig ist mit Spielen“, sagte Popovich: „Sie ist nicht nur eine sehr gute Spielerin, aber auch sehr intelligent und ein großartiger Mensch in unserer Gemeinschaft. Wir respektieren sie alle.“