Kanu-WM

Potsdamer Brendel kämpft um mehr Anerkennung und WM-Gold

Goldhoffnung und Öffentlichkeitsarbeiter in einem: Canadier-Olympiasieger Sebastian Brendel nimmt vor der Kanu-WM ab Donnerstag in Moskau im deutschen Team eine Doppelfunktion ein.

Der 26-Jährige will in der russischen Hauptstadt mindestens zwei Medaillen erpaddeln, gleichzeitig wirbt Brendel für mehr Aufmerksamkeit. „Nach wie vor betreiben wir unseren Sport unter Ausschluss der Öffentlichkeit und bekommen nur alle vier Jahre, zu den Olympischen Spielen, angemessene Beachtung geschenkt“, sagte Brendel.

Der Europameister aus Potsdam wünscht sich daher abseits der Großveranstaltungen eine größere Anzahl an Wettkämpfen. „Da reichen die Übertragungen von EM und WM nicht aus, um uns einem breiten Publikum präsentieren zu können. Hier muss sich unbedingt etwas am Weltcup-Programm ändern. Drei Weltcups in einem Jahr sind einfach viel zu wenig.“

Die Weltmeisterschaften will Brendel daher für mehr Aufmerksamkeit nutzen. Der Bundespolizist geht gleich in vier Disziplinen an den Start. Sein Hauptaugenmerk liegt auf der olympischen 1000-m-Distanz, aber auch bei seinen weiteren Starts will Brendel abräumen. „Nach dem bisherigen Saisonverlauf reise ich natürlich mit hohen Erwartungen nach Moskau. Mein Anspruch ist es immer, der Beste zu sein. Allerdings muss auch alles passen, um am Ende ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Ich möchte bei meinen vier Startmöglichkeiten gerne zwei Medaillen mit nach Hause nehmen“, sagt er.

Brendel geht die WM mit viel Selbstbewusstsein an. Drei Weltcups gab es in dieser Saison, dreimal siegte er über die 1000 Meter. Bei der Heim-EM in Brandenburg war er über den Kilometer ebenfalls nicht zu schlagen. In Moskau geht es zwar noch nicht um die Tickets für Rio 2016, dennoch ist Brendel voll motiviert. „In gewisser Weise ist die WM im Hinblick auf Rio nur eine Zwischenstation, aber dennoch unser Jahreshöhepunkt“, sagte Brendel: „Darum werde ich mich auch gleich auf vier Strecken mit den anderen messen. Das wird 2015 nicht mehr so sein.“ Und spätestens in Rio de Janeiro kann Brendel sich wieder ganz auf seine Rolle als Goldhoffnung konzentrieren. Die Aufmerksamkeit kommt dann wieder von ganz alleine.