Fußball

Unions neuer Trainer kämpft gegen Altlasten

Schwache Rückrunde ist noch in den Köpfen der Spieler

Die große Analyse ließ noch auf sich warten, zumindest in der Kabine. Dort will es Fußball-Trainer Norbert Düwel erst einmal so halten, dass er seine Erkenntnisse aus dem ersten Saisonspiel gebündelt präsentiert und sie gleich mit den Anforderungen für die zweite Partie in der Zweiten Liga verbindet. Zeitlich keine schlechte Idee, denn das erste Saison-Heimspiel des 1.FC Union gegen Fortuna Düsseldorf findet bereits am Freitag statt (20.30 Uhr).

Für Außenstehende gewährte der neue Übungsleiter dennoch bereits Einblick in seine Sicht der Dinge zum Debüt beim Karlsruher SC (0:0). Dort hatten die Berliner zuletzt sechsmal in Folge verloren, nun gab es immerhin einen Punkt. „Man kann sehr viel Positives aus der Partie mitnehmen, wenn man es möchte. Wir haben defensiv überragend gestanden. Von der Grundorganisation her hatten wir es über weite Strecken gut im Griff gehabt. Das war Teil unseres Planes. Unser Plan ist in vielen Bereichen sehr, sehr gut aufgegangen“, sagte der 46-Jährige.

Chancen hatten die Gastgeber wirklich nicht viele, Konter gelangen gar keine. Damit hatten sich die Berliner vorher penibel beschäftigt, und sie beraubten den Gegner mit ihren Maßnahmen einer Stärke. Trotzdem gab es über die linke Seite durchaus auch in der Defensive schwache Momente. Und vorn fanden die Berliner kaum statt. „Im Offensivbereich waren wir nicht so durchschlagskräftig, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir hatten auch da einen Plan, den wir aber nur teilweise erfüllt haben“, sagte Düwel. Mit schnellen Kontern sollte der Erfolg kommen, nur kamen die Konter nicht. Die Mannschaft bewegte sich nicht entschlossen genug nach vorn. „Weil wahrscheinlich die Angst, das Spiel doch zu verlieren, überwogen hat“, so der Trainer. Es fehlte hier und da der Glaube, gewinnen zu können.

Im Prinzip findet der Trainer das verzeihlich, für ihn sind das Nachwirkungen aus einer anderen Zeit. Wenigstens teilweise. Die schlechte Rückrunde der Vorsaison sei noch spürbar. „Ich denke, dass das nicht einfach so aus den Kleidern zu schütteln ist. Damals war viel Unsicherheit in der Mannschaft, das ist mit ein paar Vorbereitungsspielen und einem Trainerwechsel nicht einfach weg“, so Düwel. Daher mangele es an dem Mut, den mental fitte Spieler besitzen.

Diese Gefühl hatte auch Sören Brandy. „Ich glaube schon, dass die Rückrunde unterbewusst bei einigen noch im Kopf vorhanden ist. Zuletzt hätten wir so ein Spiel auswärts klar verloren“, sagte der Stürmer. Dass es mit den vorgenommenen Anpassungen nicht so kam, „ist ein Schritt nach vorn“, so Brandy. Da ist der Angreifer mit dem Trainer einer Meinung: „Das Spiel hat sehr geholfen, weil wir gemerkt haben, dass wir auswärts zu null spielen können. Bei einem wirklich guten Gegner.“ Der Prozess der Aufarbeitung aller Dinge, die aus der Vorsaison mitgenommen worden sind, dauert allerdings noch etwas an. Als nächstes soll dabei die Offensive der Köpenicker mehr Beachtung erhalten.