Saisonstart

Premiere unter Flutlicht

Zweite Liga startet heute mit einem Eröffnungsspiel in die Saison

Große Bühne für das Unterhaus: Erstmals in ihrer Geschichte startet die 2. Bundesliga an diesem Freitag mit einem klassischen Eröffnungsspiel unter Flutlicht. Das Auftaktduell zwischen Fortuna Düsseldorf und Eintracht Braunschweig (20.30 Uhr/Sky) soll bei den Fans nur 19 Tage nach dem WM-Finale wieder das Fußballfieber entfachen. „Zum 40. Geburtstag haben wir entschieden, am Freitag nur ein Spiel stattfinden zu lassen. Das sollte ein Kracher mit zwei ehemaligen Bundesligisten sein“, sagte Andreas Rettig. Der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) glaubt an eine spannende 41. Saison: „Die zweite Bundesliga hat sich prächtig entwickelt. Seit 1981 hat sich der Zuschauerschnitt von 8.000 auf über 18.000 erhöht.“

Dieser Trend dürfte sich fortsetzen, dafür sorgen Traditionsklubs wie Braunschweig, Düsseldorf, 1. FC Nürnberg oder 1. FC Kaiserslautern. Sie alle zählen zu den aussichtsreichsten Kandidaten für die zwei direkten Aufstiegsplätze und den einen Relegationsrang. Doch in der Aufstiegsrechnung gibt es eine Unbekannte: Aufsteiger RB Leipzig. Der von einem Getränkehersteller mit etlichen Millionen Euro aufgepäppelte Emporkömmling dürfte mit seinen finanziellen Mitteln und seiner professionellen Struktur ein Wörtchen mitreden. Ein wirklich gern gesehener Gast sind die „Roten Bullen“ bei der Konkurrenz nicht.

Braunschweigs Sportlicher Leiter Marc Arnold äußerte sich zurückhaltend: „Sie haben die Lizenz erhalten, sie sind daher ein Konkurrent, mit dem man sich auseinandersetzen muss.“ Die Leipziger versuchen mit Zurückhaltung Sympathiepunkte zu sammeln. „Wer von uns den Durchmarsch erwartet, verkennt die Realitäten. Wir sind Aufsteiger, haben keine fertigen Stars dazugeholt, sondern Jungs, die sich mit und bei uns weiterentwickeln sollen“, sagte Klub-Mäzen Dietrich Mateschitz. Kürzlich hatte der Österreicher aber auch schon mal bekundet, in absehbarer Zeit um die Deutsche Meisterschaft mitspielen zu wollen.

Hauptfavorit auf die Meisterschale, zunächst in der Zweiten Liga, ist aber ein anderer Verein: Bundesliga-Absteiger Nürnberg. Die Franken haben sich mit Routinier Jan Polak sowie den Stürmern Jakub Sylvestr und Peniel Mlapa prominent verstärkt, der neue Trainer Valerien Ismael sorgt für neue Aufbruchstimmung. Der Ex-Profi bremst vor seinem Debüt am kommenden Sonntag gegen Aue den Überschwang: „Wir wollen oben dabei sein, aber es liegt ein schwieriger Weg vor uns.“

Braunschweig hat mit einem personellen Aderlass zu kämpfen, vor allem der Abgang von Stürmer Domi Kumbela schmerzt. Die Düsseldorfer gehen hingegen mit einer breiten Brust in das Eröffnungsspiel, das Team von Trainer Oliver Reck hat seit 20 Partien nicht mehr verloren. „Es wird eine Schlacht werden, aber wir sind auf alles vorbereitet“, sagte Reck.