FC Bayern München

Starkes Comeback im Hotzenplotz-Look

Mit Bart und viel Ehrgeiz kehrt Ribéry auf die Fußball-Bühne zurück

Franck Ribéry strotzte nur so vor guter Laune. Angesprochen auf seinen neuen Look mit wild gewachsenem Bart, blitzten die Augen des Franzosen auf. „Meine Frau steht drauf. Ich will mich rasieren, sie will, dass der Bart bleibt. Ich kämpfe mit ihr“, erklärte er sein Urlaubssouvenir. Der große Kämpfer des FC Bayern München ist nach seiner Rückenverletzung und verpasster WM wieder mit großer Lust zurück. „Ich bin heiß, aber mir fehlt noch der Rhythmus“, sagte Ribéry nach dem Halbfinale des Telekom Cups in Hamburg, das Bayern erst im Elfmeterschießen gegen Borussia Mönchengladbach gewann.

Am Sonntag nahm Ribery als Kapitän den Cup in Empfang, nach einem 3:0 (3:0) im Finale gegen den VfL Wolfsburg. Robert Lewandowski (4., 20.) und Sebastian Rode (15.) erzielten die Tore.

Natürlich sei die Enttäuschung während der WM groß gewesen, zumal er sich in guter Form fühlte und mit der Equipe Tricolore einiges erreichen wollte. Mit 31 Jahren hat der Flügelspieler aus Boulogne-sur-Mer nicht mehr viele große Turniere vor sich. „Ich will nicht mehr darüber nachdenken, sondern nach vorne schauen“, betonte er und deutete mit einem Alleingang durch die Gladbacher Abwehr und einem Tor in den Winkel am Sonnabend seine Fußballkunst wieder an.

Nicht immer war Ribéry in der vergangenen Spielzeit gut drauf. Viele meinten, die verlorene Wahl zum Weltfußballer des Jahres gegen Cristiano Ronaldo im Januar habe ihn tief getroffen. Nun kann er die ganze Vorbereitung bei den Bayern mitmachen. „Wenn ich spiele, brauche ich Explosivität und Schnelligkeit“, erklärte der Ausnahme-Fußballer. Auch Trainer Pep Guardiola freut sich über die frühe Rückkehr des Nationalspielers in den Trainingsalltag, während die WM-Fahrer ja noch im Urlaub weilen: „Franck war länger verletzt, jetzt hat er schon vier Einheiten mitgemacht.“ Zusammen mit dem Ex-Dortmunder Lewandowski kann er künftig für viel Wirbel im Angriff sorgen. „Wir haben viele Stürmer und jetzt ein noch höheres Niveau. Aber da sind auch noch Müller, Götze und Robben“, sagte Guardiola. Ribéry sagte über das Zusammenspiel mit Lewandowski: „Er hat sich schnell integriert, und wir haben eine Menge Spaß zusammen.“

Guardiola hatte wegen der Personalnot sogar die Nachwuchsleute Gianluca Gaudino, Sohn von Maurizio Gaudino, und Mehmet Scholls Sohn Lucas aufgeboten.