Leichtathletik

Harting siegt souverän und ist heiß auf EM-Gold

Berliner wirft den Diskus nach einem Gewitter auf 66,67 Meter

Verspäteter Beginn wegen eines Gewitters, ein nasser Wurfring, kühler Wind – die Bedingungen für die Diskuswerfer waren alles andere als optimal. Aber durch so etwas lässt sich ein Robert Harting (SCC) nicht beirren: Mit für die widrigen Bedingungen sehr starken 66,67 Metern holte er sich den Titel bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Ulm. Die Europameisterschaft in Zürich (12. bis 17. August) kann für den Olympiasieger, Welt- und Europameister kommen.

„Es war technisch unter aller Sau, dennoch bin ich zufrieden“, meinte er. „Bei der Nässe musste man sich anders bewegen.“ Was ihm beim vierten Versuch einen kleinen Stich im Brustbereich bescherte. Er verzichtete auf seine letzten beiden Würfe: „Eine reine Vorsichtsmaßnahme.“

Weniger zufrieden dürfte sein Bruder Christoph Harting (ebenfalls SCC) als Sechster (60,79 m) gewesen sein. Keine Norm, keine Chance, auch bei der EM dabei zu sein. Carsten Schlangen (LG Nord) als Dritter über 1500 Meter hat die Qualifikationsnorm ebenfalls nicht mehr geschafft. Dritter wurde auch Hannes Liebach (SCC) über 3000 Meter Hindernis.

Nach Zürich will der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mehr als 90 Athleten schicken. Darunter werden außer Harting auch weitere fünf Berliner sein. Dennis Krüger (Fortuna Marzahn), der den Titel über 800 Meter holte, die jeweils zweitplatzierten Lucas Jakubczyk (SCC/100 Meter), Julia Fischer (SCC/Diskus) und Betty Heidler (Hammer), die zwar noch für Frankfurt startet, inzwischen aber in ihrer Heimatstadt lebt und trainiert.

Melanie Bauschke (LAC Olympia) landete einen Coup, siegte im Weitsprung weitengleich (6,66 Meter) vor Sosthene Taroum Moguenara. Bauschke hatte den besseren zweitweitesten Versuch. Als Meisterin unter vier Normerfüllerinnen muss sie zur EM fahren. „Ich rechne mit meiner Fahrkarte.“ Cheik-Idriss Gonschinska, der leitende Bundestrainer, meinte: „Sie kann da optimistisch sein.“

In dem Moment, in dem der Startschuss für den 800-Meter-Lauf fiel, begann der große Regen. „Irgendwie hatte ich so etwas geahnt“, meinte Dennis Krüger. Dennoch holte der 21-Jährige in 1:48,91 Minuten seinen ersten Meistertitel im sogenannten Aktiven-Bereich. „Ich bin einfach mein Tempo gelaufen.“

Nach etwa der Hälfte der Strecke habe er mit einem Angriff der Konkurrenz gerechnet, aber es war Krüger selbst, der dann das Tempo anzog. Dass er vor einer Woche seine persönliche Bestzeit auf 1:45,79 Minute gedrückt hatte und damit als Favorit ins Rennen gegangen war, sei für ihn keine Belastung gewesen. „Das hat mich eher gepusht.“