Radsport

Erster chinesischer Fahrer der Geschichte wird stolzer Letzter

Cheng Ji hat sich bei seiner Tour-Premiere ein Denkmal gesetzt.

Der erste chinesische Fahrer in 111 Jahren gewann keine Etappe und machte auch nicht in Fluchtgruppen von sich reden, Cheng Ji wurde mit fast sechs Stunden Rückstand auf Gesamtsieger Vincenzo Nibali (Italien/Astana) Letzter. Die „Lanterne Rouge“ ist allerdings sehr begehrt. Fahrer lieferten sich schon regelrechte Duelle um diese Platzierung. Bei rund 40 Minuten Rückstand auf den Vorletzten, Davide Cimolai aus Italien, war der Kampf um die Rote Laterne 2014 aber eine klare Angelegenheit.

Der 27-Jährige war immer wieder als „Breakaway Killer“ zu sehen. Für das Giant-Team um die deutschen Top-Sprinter Marcel Kittel und John Degenkolb war es seine Aufgabe, Fluchtgruppen rechtzeitig zu stellen. „Im Feld haben sie irgendwann gesagt, so schlecht ist der gar nicht, der Chinese“, erzählt Degenkolb. „Er hat gezeigt, dass er Potenzial besitzt und seine Arbeit gut gemacht.“ Am Sonntag machte Cheng, der wegen seines unerträglichen Schnarchens als einziger Giant-Fahrer in einem Einzelzimmer schläft, seinen Job zum vorerst letzten Mal.