Boxen

Stieglitz siegt und träumt von Kampf gegen Abraham

Manager Steinforth favorisiert aber ein Duell mit Felix Sturm

Es wurde der erwartete Pflichtsieg für Robert Stieglitz. Und Ex-Schwergewichtler Axel Schulz brachte auf den Punkt, was es zum Kampf des Magdeburgers gegen den Weißrussen Sergej Chomizki auf den Punkt zu bringen gab. „Das war Doofheit, zu viel vor den Kopf bekommen. Der war einfach kaputt, der war fertig. Er hat sich dem Kampf nicht mehr gestellt, Robert hat ihn zermürbt“, sagte Schulz.

In der Pause zur zehnten Runde blieb Chomizki (Kampfname „der Geist“) zunächst zu lange auf seinem Stuhl sitzen, danach lösten seine Betreuer das gelockerte Tapeband der Boxhandschuhe komplett, um es neu zu fixieren. Das ist jedoch in dieser Form nach WBO-Regularien verboten. Ringrichter Zbigniew Lagosz (Polen) brach den Kampf folgerichtig ab. Womit die „Doofheit“ erklärt war.

Für die Zuschauer war es ein unterhaltsamer Abend, weil Ex-Weltmeister Stieglitz, 32, den fast 40 Jahre alten Europameister letztlich im Griff hatte. Die beiden Anfangsrunden zeigten aber, wie anfällig Stieglitz vor allem in der Defensive ist. Dennoch kam reflexartig sein Wunsch erneut gegen Weltmeister Arthur Abraham zu boxen, es wäre das dritte Duell der beiden. Zweimal siegte der Berliner einmal Stieglitz. Aus Sicht von Abrahams Arbeitgeber Team Sauerland gibt es keinen zwingenden Grund, eine vierte Auflage zu favorisieren.

Zumal der TV-Vertrag des Berliner Profiboxstalls mit der ARD zum Jahresende ausläuft und drei der noch zu absolvierenden vier Kampfabende bereits terminiert sind. Am 16. August boxt Sauerlands IBF-Cruisergewichts-Weltmeister Yoan Pablo Hernandez gegen Firat Arslan (Süssen). Am 30. August sein WBO-Pendant und Stallgefährte Marco Huck gegen den Italiener Mirko Larghetti und am 27. September Abraham gegen den Engländer Paul Smith.

Stieglitz-Manager Ulf Steinforth sieht deswegen auch eine andere Option: Felix Sturm. „Das wäre ein Duell, das in Deutschland riesiges Interesse finden würde“, ist der 44-Jährige optimistisch. Ob Mittelgewichtler Sturm, deutlich über seinen Zenit hinaus, sich aber auf ein Duell gegen den Super-Mittelgewichtler Stieglitz einlässt, ist fraglich. Ähnliche Anfragen des Abraham-Lagers hatte Sturm, der seit geraumer Zeit sein eigener Manager ist, abgeblockt.