Fußball

Dritte Liga wird zum Schlager – nicht nur wegen Andrea Berg

Die Dritte Liga ist ein Schlager. Das behauptet seit der Einführung des Zweitliga-Unterbaus 2008 zumindest der Deutsche Fußball-Bund (DFB).

Die Präsenz, die der Start der siebten Spielzeit medial einnimmt, ist schon enorm. Die ARD wird am Sonnabend (18 Uhr) zum ersten Mal ein Drittligaspiel live übertragen, VfL Osnabrück gegen Energie Cottbus. Vier Stunden vorher zeigt der MDR mit dem Spiel Hallescher FC gegen Chemnitzer FC das erste Ostderby. „Die Fernsehsender haben die Attraktivität der Liga erkannt“, freut sich Peter Vollmann, Coach von Hansa Rostock: „Sportlich ist die Distanz zur Zweiten Liga gering.“

In jedem Fall wird es ein Stelldichein des Fußball-Ostens. Denn neben den Zweitliga-Absteigern Cottbus und Dynamo Dresden kämpfen mit Halle, Chemnitz, Rostock und Rot-Weiß Erfurt gleich sechs Mannschaften um die begehrten Aufstiegsplätze, die noch vor 23 Jahren in der DDR-Oberliga gespielt haben. „Das garantiert hohen Zuschauerzuspruch, heizt die Stimmung an und steigert die Attraktivität“, glaubt Vollmann: „Die Fans freuen sich deshalb extrem auf die neue Saison.“ Cottbus-Manager Roland Benschneider ist überzeugt: „Das werden schöne Spiele.“

Doch die Finanzen bleiben das Problem. Die Lizenzierungsanforderungen sind fast die gleichen wie in der Zweiten Liga, die Einnahmesituation ist es jedoch keineswegs. Allein bei den TV-Geldern bleibt ein Drittligist mit 750.000 Euro weit hinter einem Zweitligisten wie dem 1. FC Union (knapp 7,9 Millionen Euro) zurück, ganz zu schweigen von einem Bundesligisten wie Hertha BSC (gut 21 Millionen Euro). Deshalb hat Dresden seinen Gesamtetat von 19,7 auf 10,4 Millionen Euro geschrumpft, für den Lizenzspielerbereich sind statt 6,2 nur 2,8 Millionen Euro übrig.

„Nicht umsonst wollen von 20 Drittligavereinen in den nächsten zwei Jahren 16 aufsteigen“, sagte Vollmann. „Wir sind regional attraktiv und interessant, überregional aber nur bedingt.“ Die Gefahr ist groß, sich im Aufstiegsrennen finanziell zu übernehmen. Entsprechend bedeckt halten sich die Absteiger. Dynamo-Geschäftsführer Ralf Minge spricht von einer Neuausrichtung: „Wir setzen jetzt auf junge, entwicklungsfähige Spieler. Aber das ist ein Projekt und ein Prozess, der Zeit benötigt.“ Auch der Cottbuser Benschneider stapelt tief: „Wir wollen jede Partie wie ein Pokalspiel angehen, um das Bestmögliche herauszuholen. Aber uns ist klar, dass wir kleinere Brötchen backen.“ Als Favoriten gelten Arminia Bielefeld und der SV Wehen Wiesbaden.

Und die Aufsteiger? Neben Fortuna Köln und dem FSV Mainz 05 II versucht sich die SG Sonnenhof Großaspach auf neuem Terrain. 20 Jahre nach Klubgründung wird die Drittliga-Saison für die Württemberger sicher zum großen Schlager. Nicht nur weil Sponsor Sonnenhof (ein Hotel)von Sportmanager Uli Ferber betrieben wird, dem Ehemann von Schlagerstar Andrea Berg.