Enttäuscht

Deutsche Wasserballer verpassen nach Debakel WM-Ticket

Am Ende herrschte auf der Bank nur noch blankes Entsetzen, die Spieler stiegen mit hängenden Köpfen aus dem Schwimmbecken und rissen sich völlig frustriert ihre Badekappen vom Kopf.

Die Schwimm-Weltmeisterschaften 2015 finden ohne deutsche Wasserballer statt. Nach einer deutlichen 8:16 (3:5, 1:4; 2:3, 2:4)-Niederlage gegen Spanien spielt die Mannschaft von Bundestrainer Nebojsa Novoselac bei der Europameisterschaft in Budapest an diesem Sonnabend nur noch um Platz neun. Vor zwei Jahren hatte es bei den kontinentalen Titelkämfen noch zu Platz fünf gereicht. Zugleich wurde nach der fünften Niederlage in der sechsten EM-Partie die Qualifikation für die Welttitelkämpfe im russischen Kasan verpasst.

Das schlechteste Resultat einer deutschen Mannschaft bei einer EM hatte es 1997 in Sevilla mit Rang zehn gegeben. Um sich für die nächste Europameisterschaft zu qualifizieren, müssen die Deutschen den Umweg über Qualifikationsturniere suchen. Auch die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro ist damit in weitere Ferne gerückt. „Dazu müssten wir in zwei Jahren Europameister werden“, sagte ein niedergeschlagener Bundestrainer. Novoselac übte nach der Partie deutliche Kritik an seinen Spielern. „Wir waren immer einen Tick zu langsam, offenbar haben nicht alle über das Jahr hinweg konzentriert trainiert“, grantelte er.

Der gebürtige Serbe sah auch „Defizite in der Verteidigung“. Immer wieder wurde seine Abwehr von den Spaniern ausgekontert. „Und dann nutzen wir unsere Überzahlsituationen auch nicht aus“, stellte Heiko Nossek fest. Die Mannschaft habe sich einfach nicht an die Vorgaben des Trainers gehalten, fügte der Esslinger noch hinzu.

Nach einem zunächst ausgeglichenem Beginn mit einem 3:3-Zwischenstand zog der WM-Fünfte Spanien am Freitag schnell auf 3:8 davon. Das Team von der iberischen Halbinsel war in fast allen Belangen überlegen und ließ den Deutschen kaum eine Chance. Je zwei Treffer für die deutsche Mannschaft erzielten Heiko Nossek (Esslingen), Julian Real (Duisburg) und Marko Stamm (Berlin). Je einmal trafen Erik Bukowski (Hannover) und Timo van der Bosch (Berlin).