Konzept

DOSB entwickelt neue Ideen für Olympiabewerbung

Kostenbeteiligung des IOC soll Pläne für 2024 unterstützen

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wünscht sich zukünftig mehr Unterstützung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für die Bewerberstädte. DOSB-Präsident Alfons Hörmann und Generaldirektor Michael Vesper stellten in Berlin ein Diskussionspapier vor, das laut Vesper „die Marke Olympia attraktiv halten und das Vertrauen der Bevölkerung stärken“ soll. Der DOSB erhielt bei der Ausarbeitung des Papiers mit dem Titel „Olympische Agenda 2020 – Die Erfahrung von Bewerbern“ Unterstützung der Nationalen Olympischen Komitees aus Österreich, der Schweiz und Schweden. Diese Länder scheiterten alle mit ihren Bewerbungsvorhaben am Widerstand der Öffentlichkeit – wie der DOSB mit seiner Idee von Winterspielen in München 2022. Die Ideen sollen Eingang finden in die „Olympische Agenda 2020“, die strategische Ausrichtung des IOC, die auf der außerordentlichen Vollversammlung im Dezember in Monte Carlo verabschiedet wird.

In dem DOSB-Papier sind drei Leitthemen zusammengefasst: Der Bewerbungsprozess, die Kosten und die Dimensionen der Olympischen Spiele. So hofft der DOSB, dass die Städte und das IOC künftig das Risiko von gestiegenen Austragungskosten gemeinsam tragen. „Der Aufwand der Städte muss begrenzt und die Transparenz der Kosten noch stärker herausgestellt werden“, forderte Vesper. So wird das IOC darum gebeten, den Bewerberstädten dabei zu helfen, eine möglichst präzisen Budget-Plan über die anfallenden Kosten zu erstellen.

Mehr auf Nachhaltigkeit achten

„Wir haben versucht aus den Fehlern vorangegangener Bewerbungen zu lernen und neue Vorschläge daraus zu entwickeln“, sagte Vesper. Es sei zentral, dass „sich die Spiele stärker an die Gastgeberstädte anpassen und nicht umgekehrt“. Der Nutzen der Städte durch die Spiele müsse stärker betont werden. Dabei sei es wichtig, auf mehr Nachhaltigkeit und Flexibilität zu setzen. „Bestehende Wettkampfstätten aber auch Hotels müssen für ein nachhaltiges Konzept besser genutzt werden“, betonte der 62-Jährige.

Um künftig die Zustimmung der Bevölkerung zu erhalten, müsste bei den Vergabekriterien zudem stärker die Umweltverträglichkeit berücksichtigt werden. „Wir sind von der Idee der Olympischen Spiele überzeugt“, meinte Vesper, „diese Idee wollen wir mit diesem Papier stärken.“

Der deutsche Sportdachverband verhandelt gerade mit Berlin und Hamburg über eine mögliche Bewerbung für die Sommerspiele 2014 oder 2028. Und die Verantwortlichen sind sich einig, dass es Änderungen braucht, um erst einmal eine rund 50 Millionen Euro teure Bewerbungskampagne vermittelbar zu machen.

Die Begeisterung auf der Fanmeile und in der gesamten Stadt während der Fußball-WM mache deutlich, „dass Sportereignisse in Berlin willkommen sind“, erklärte betonte derweil Innen- und Sportsenator Frank Henkel (CDU). Aber eben nur, wenn es bezahlbar ist.