DFB

Flick ist jetzt Löws Chef, darf ihm aber nichts vorschreiben

Bundestrainer hat bei Auswahl des Assistenten freie Hand

Nach der himmlischen Reise zum vierten Stern sind die Weltmeister am Mittwoch wieder bei irdischen Dingen gelandet. Die WM-Helden verabschiedeten sich nach der Wahnsinns-Titelfeier in Berlin und einem wahren Party-Marathon völlig erschöpft, aber überglücklich in den wohl verdienten Urlaub. Gut drei Wochen haben die Spieler dafür und verpassen während dessen einen großen Teil der Saison-Vorbereitung ihrer Klubs, die längst begonnen hat. Bundestrainer Joachim Löw gönnt sich eine schöpferische Pause, ehe es im September auch für ihn weitergeht. Nur beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) wird nach dem historischen WM-Triumph schon wieder an einer erfolgreichen Zukunft gebastelt.

Vor allem die Frage nach dem neuen Assistenten von Bundestrainer Löw muss beantwortet werden – aber alles ohne Druck. „Wir lassen uns da Zeit und werden das in Ruhe machen. Die Truppe ist so gut eingestellt, die kann auch mal ein halbes Jahr ohne einen festen Co-Trainer vorwärts gehen“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff gelassen.

Das Vorschlagsrecht und die letzte Entscheidung, wer Nachfolger von Hansi Flick wird, liegt beim Bundestrainer. Das haben Bierhoff und DFB-Präsident Wolfgang Niersbach klargestellt. Bei einem Gespräch in Brasilien habe ihm Löw gesagt, erzählte Niersbach, dass es gut sein könne, dass er mit dem neuen Sportdirektor Flick, der dann quasi sein Vorgesetzter ist, auch mal in Konflikt gerate. Auf die erstaunte Nachfrage soll Löw gesagt haben: „Es kann ja sein, dass ich ihm einen seiner U-Trainer wegnehmen muss.“ Momentan werden U20-Coach Frank Wormuth, auch Chefausbilder beim Verband, und U19-Trainer Marcus Sorg als aussichtsreichste Kandidaten gehandelt. Spekuliert worden war zudem über den langjährigen Ex-Mainzer Thomas Tuchel.

Dass Löw als Bundestrainer weitermacht und mindestens seinen Vertrag bis 2016 erfüllt, daran haben Niersbach, Bierhoff und Generalsekretär Helmut Sandrock keinen Zweifel. „Ich bin sicher, dass Joachim Löw am 3. September beim Länderspiel gegen Argentinien auf der Bank sitzen wird. Wir haben auch schon mit ihm und Oliver Bierhoff über die Zukunft gesprochen. Darüber, was wir noch besser machen können“, sagte Helmut Sandrock.