Dreijahresvertrag

Nowitzki verzichtet in Dallas freiwillig auf Millionen

Weniger Gehalt, damit bessere Mitspieler verpflichtet werden

Dirk Nowitzki ist kein Preis zu hoch, die Freude am Spiel st ihm zumindest wichtiger als Geld. 35 Millionen Dollar, wahrscheinlich sogar mehr, lässt sich der deutsche Basketball-Superstar für den Traum von einem zweiten Meisterring in der NBA, der weltbesten Profiliga in den USA, entgehen. Mit der Unterschrift auf seinem neuen Dreijahresvertrag bei den Dallas Mavericks hat der 36-Jährige auf enorm viel Geld verzichtet, damit genug für hochkarätige neue Teamkollegen da ist und er endlich wieder ganz oben mitspielen kann.

Vom Spitzenverdiener ist der Würzburger auf Platz vier zurückgefallen. Mit den 25 Millionen Dollar (18,5 Millionen Euro), die Nowitzki bis 2017 nach übereinstimmenden Berichten von US-Medien verdienen soll, liegt er jetzt hinter den Neuzugängen Chandler Parsons (Jahresgehalt: 15 Millionen Dollar) und Tyson Chandler (14,6) sowie Monta Ellis (8,9). Es dürfte dem früher als wertvollster Spieler der Liga (MVP) geehrten Deutschen herzlich egal sein.

Nowitzki schafft in Dallas mit seinem Verzicht viel Spielraum, die Mavericks wissen das zu schätzen. „Man muss den großen Deutschen einfach lieben“, teilte der Klub am Dienstagabend im Rahmen der Vertragsverlängerung mit. Schon vor knapp zwei Wochen war durchgesickert, dass der Nationalspieler („Wir werden so zusammenkommen, dass ich mich für meine Leistungen respektiert fühle und wir noch genügend Geld übrig haben, um gute Spieler zu holen“) für verhältnismäßig kleines Geld bleiben wird, nun machte es der Meister von 2011 offiziell. Zahlen wurden natürlich wie immer nicht genannt.

Die Los Angeles Lakers und die Houston Rockets, von denen Dallas Parsons geholt hat, haben Nowitzki angeblich jeweils fast das Maximalangebot unterbreitet. Also mehr als 20 Millionen Dollar pro Saison. Doch der Umworbene stieg erst gar nicht in die Verhandlungen ein. Als zum 30. Juni sein mit 80 Millionen dotierter Vierjahresvertrag in Dallas auslief, stand längst fest, dass „Big D“ seine zweite Heimat nicht verlassen wird. Dallas ist für Nowitzki längst mehr als eine zweite Heimat geworden. Hier hat er seine Frau Jessica kennengelernt und geheiratet, hier kam Töchterchen Malaika zur Welt, hier hat er 2011 als Schlüsselspieler beim ersten und einzigen Titelgewinn der Mavericks seinen größten Erfolg gefeiert. Nowitzki betonte deshalb seit Monaten wieder und wieder, dass ihn nichts wegzieht („Ich gehöre in diese Stadt“).

Bleibt nur noch abzuwarten, ob die Rechnung aufgeht. Mit Chandler, Mitglied der Meistermannschaft von 2011, wurde endlich der lange vermisste defensivstarke Center geholt. Auch von US-Nationalspieler Parsons versprechen sich Mavericks-Besitzer Mark Cuban und General Manager Donnie Nelson eine Menge. Ob das reicht, um wieder in den Titelkampf einzugreifen, ist die große Frage der kommenden Saison.

Dagegen steht fest, dass Nowitzki seine NBA-Karriere dort beenden wird, wo sie in der Saison 1998/99 angefangen hat. Wenn der neue und wohl letzte Vertrag ausläuft, ist der Power Forward schon 39 Jahre alt. Dann dürfte für Nowitzki, der 2016 angeblich vorzeitig aus der Vereinbarung mit den Mavs aussteigen kann, wohl spätestens Schluss sein.

Bis dahin will der „große Deutsche“ aber noch einmal Meister werden. Und für diesen Traum macht er gerne Abstriche. „Das zeigt einfach, was für ein Typ er ist“, sagte Parsons: „Dirk ist ein echter Profi, steht total loyal zu Dallas und dem Verein. Mit solchen Jungs willst du die Umkleidekabine teilen.“

Ähnlich klang Donnie Nelson: „Jungs wie Dirk kann man an ein oder zwei Fingern abzählen. Wir sind so glücklich, ihn zu haben. Er ist ein Siegertyp.“ Nowitzki selbst meldete sich nicht zu Wort. Er ist derzeit in Deutschland zu Besuch, um die Werbetrommel für den Film „Nowitzki. Der perfekte Wurf.“ zu rühren. Der Streifen müsste eigentlich noch vor seiner Premiere am 18. September um eine Sequenz verlängert werden.