Angekommen auf dem Gipfel

Joachim Löw und seine Weltmeister geben sich heute auf der Berliner Fanmeile die Ehre. Es ist der Höhepunkt am Ende eines langen Weges

Der Weg war lang, er hielt auch einige Rückschläge bereit. Doch er führte ans Ziel. Deutschland ist Weltmeister, Bundestrainer Joachim Löw krönte seine Arbeit und die Leistungen einer Generation von enorm begabten Fußballern im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro. „Das war einfach fällig“, sagte der 54-Jährige nach dem Triumph. Vor zehn Jahren hatten der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann und Löw als sein Assistent das Projekt gestartet. „Das ist jetzt ein Produkt von vielen Jahren“, betonte der Chefcoach des Deutschen Fußball-Bundes und ergänzte: „Dieses tiefe Glücksgefühl wird für alle Ewigkeit bleiben.“ Vor allem auch darum, weil viele im Land längst an dem Badener zweifelten. Weil die Anläufe zu regelmäßig scheiterten, zuletzt sogar wegen Fehleinschätzungen des Trainers so wie bei der Europameisterschaft von zwei Jahren.

Löw aber feilte weiter ein seinem Produkt, unbeirrt und mit dem Vertrauen der Spieler ausgestattet. „Wir wissen, dass er ein sehr gutes Auge hat, ein sehr gutes Gespür hat für die Mannschaft, wie er wann spielen muss“, berichtete der Münchner Toni Kroos. „Er hat es wirklich geschafft, die Mannschaft total hinter sich zu bekommen. Er ist vorweggegangen und hat unglaubliche Worte gefunden in den Einzelbesprechungen“, verriet Bayern-Kollege Bastian Schweinsteiger. Dafür darf er sich heute feiern lassen – in Berlin, von Berlin, von ganz Deutschland.