Erfolg

Zwei Berliner feiern bei Kanu-EM Siege auf olympischen Strecken

Von Zufriedenheit wollten die deutschen Kanuten nach der durchwachsenen Heim-EM in Brandenburg nicht viel wissen.

„Wir haben so viele Medaillen gewonnen wie nötig“, sagte Präsident Thomas Konietzko vom Deutschen Kanu-Verband (DKV) knapp: „Das waren die Erwartungen.“ Die erhoffte Edelmetallflut blieb jedoch nach teils herben Enttäuschungen aus. Nun wartet bis zur WM in Moskau (6. bis 10. August) noch viel Arbeit.

Insgesamt fischten die DKV-Starter in den wichtigen zwölf olympischen Klassen nur fünfmal Edelmetall aus dem Beetzsee. Immerhin sorgten aber die Leistungsträger Sebastian Brendel (C1 über 1000 Meter), Max Rendschmidt/Marcus Groß (K2 über 1000 Meter) sowie Ronald Rauhe/Tom Liebscher (K2 über 200 Meter) für die drei eingeplanten Siege. Franziska Weber (K1 über 500 Meter) holte zudem Silber, Max Hoff (K1 über 1000 Meter) steuerte einmal Bronze bei.

Dafür scheiterten einstige Erfolgsgaranten wie der Kajak-Vierer der Frauen als Vierter über 500 Meter, das Kajak-Großboot der Männer schaffte es über 1000 Meter erst gar nicht bis in den Endlauf. „Das tut schon ein bisschen weh“, sagte Chef-Bundestrainer Reiner Kießler: „Ich hätte am ersten Tag gerne zwei Medaillen mehr gesehen und am zweiten eine, aber die Welt ist enger zusammengerückt.“ Immerhin hielt aber ein Teil der Erfolgsgaranten dem Druck stand, das einzige deutsche Sprint-Gold feierten Olympiasieger Ronald Rauhe und sein Partner Tom Liebscher (Dresden). Das erst in diesem Jahr formierte Team bezwang dabei erneut die russischen Olympiasieger Juri Postrigai/Alexander Djatschenko. „Das hier ist unser Wohnzimmer, deswegen bin ich sehr, sehr glücklich“, sagte der Berliner Rauhe, der erstmals seit 2009 wieder einen Titel einfuhr. Nach ihrem WM-Sieg im Vorjahr triumphierten Max Rendschmidt und Marcus Groß (Essen/Berlin) nun auch bei der EM im Kajak-Zweier über 1000 Meter.