Netzlese

Verärgerte Stars

Sebastian Fiebrig über den Sinn der immer gleichen Spielergesten

Atemberaubende Bewegungen konnten wir bei dieser WM sehen. Wie US-Keeper Tim Howard sich bei seinen Paraden streckte, oder wie Robin van Persie per Schlusssprung zum Kopfball ansetzte. Die tippelnden Messi-Sprints, den Salto von Miroslav Klose und natürlich nicht zu vergessen: Fußballer, die sich nach links drehen und die Arme verschränken. Immer und immer wieder. Alle 736 Spieler mussten dafür vor die Kamera, damit wir Zuschauer bei den Aufstellungen im Fernsehen oder den Statistiken in den WM-Apps die Stars in Aktion sehen. Gar nicht so einfach: Wohin mit den Händen. Mexikos Guillermo Ochoa spreizt die Daumen ab, während Mesut Özil seine Hände lieber unter den Achseln versteckt. Und dann der Blick. Lieber lächelnd, ignorant oder einschüchternd? Im Netz ist die Seite „Verärgerte Fußballer“ der Hit, auf der ein zufälliger Spieler sich zum Betrachter wendet und die Arme verschränkt. Darunter steht als Erklärung, warum der Fußballer verärgert ist. Thomas Müller zum Beispiel ist sauer, weil wir die letzte Milch verbraucht haben.