Meine WM

Momente, in denen jeder Sport zur Nebensache wird

Alex King, Basketball-Profi von Alba, über Fußball im Schatten seiner Hochzeit

Alle, die verheiratet sind, werden sich daran erinnern, dass im Vorfeld des Tages, der dann hoffentlich als einer der schönsten für immer in Erinnerung bleibt, fast alles andere in den Hintergrund tritt.

Agata und ich haben uns nach viereinhalb Jahren glücklich verbrachter „Probezeit“ gleich zweimal das Ja-Wort gegeben. Am Tag des Halbfinales gegen Frankreich im Standesamt, am Tag danach in der Herz-Jesu-Kirche in der Nähe des Rosa-Luxemburg-Platzes.

Das 1:0 gegen die Franzosen habe ich zusammen mit meinen Schwiegereltern und meinen Eltern bei uns zu Hause gesehen. Davor hatten Sven Schultze, Jonas Wohlfarth-Bottermann und ich uns mit unseren Familien gegenseitig besucht und die deutschen Spiele gemeinsam angesehen.

Meine Frau mag Basketball weit mehr als Fußball – verständlicherweise, möchte ich da mal schmunzelnd anfügen. Ich habe ja früher selbst Fußball gespielt und mir rutscht schon mal ein „Spiel doch ab!“ oder Ähnliches heraus, aber ich bin eher der relaxte Fußball-Gucker.

Mag sein, dass man anders zuschaut, wenn man selbst Nationalspieler ist, sicher ist aber, dass man als Spieler den Unterschied zwischen Mittendrin-und-unter-Druck-sein und Von-draußen-alles-besser-wissen aus eigener Erfahrung kennt.

Wie erwähnt, wird meiner Frau und mir 2014 ohnehin nicht als das Jahr der Fußball-WM in Brasilien in Erinnerung bleiben, und wir sind beide glücklich, dass die Hochzeit genauso gelaufen ist, wie wir es uns erhofft hatten, das große Fest in der Capitol Yard Golf Lounge an der Spree inklusive.

Alles war von langer Hand geplant. Dass wir genau an dem Tag des Halbfinales gegen Brasilien in die Flitterwochen nach Thailand aufbrechen würden, war allerdings nicht abzusehen.