Personalkarussell

Trotz Lizenz regiert beim HSV Handball das Chaos

Nach der Last-Minute-Lizenz für den HSV Handball hat beim Bundesligisten das Stühlerücken eingesetzt.

Die einen begehen Amtsflucht, die anderen werden herausgedrängt. Zwei Aufsichtsratsmitglieder sind schon weg, Trainer Martin Schwalb soll folgen. Das Kommando hat erneut Andreas Rudolph übernommen. Der 59 Jahre alte Mäzen, der im Mai als Präsident zurückgetreten war und den Geldhahn zugedreht hatte, ist in Ermangelung von finanzkräftigen Alternativen als starker Mann beim HSV Handball zurück.

Daraufhin sind Aufsichtsratschef Wolfgang Fauter und sein Kollege Maximilian Huber laut Hamburger Medien am Mittwochabend zurückgetreten. Der Verein bestätigte das zunächst nicht. „Ich bin nicht mehr bereit, mit Rudolph, Personen seines Umfeldes und Menschen, die auf seiner Payroll stehen, zusammenzuarbeiten“, sagte Fauter dem „Hamburger Abendblatt“. Auch Interimspräsident Frank Spillner steht vor dem Rückzug.

Viele im Verein waren froh, als Rudolph im Mai zurückgetreten war und hofften, er würde auf seine Anteile an der Spielbetriebsgesellschaft und auf die Rückzahlung von Darlehen zugunsten eines Neuanfangs, einer Neuorganisation des HSV verzichten. Doch ohne seine Sicherheiten über rund fünf Millionen Euro, die er für die Lizenz in dritter Instanz hinterlegt haben soll, wäre der Champions-League-Gewinner von 2013 in die dritte Liga abgeschmiert. Nicht wenige hätten den Zwangsabstieg vorgezogen. Rudolph hat längst gemerkt, dass man zwar sein Geld will, ihn aber nicht.

Einer, mit dem Rudolph nicht (mehr) kann, ist Martin Schwalb. Der Trainer müsse weg. Derzeit soll um die Abfindung gefeilscht werden. „Ich werde gar nichts dazu sagen“, erklärte Schwalb. Der mögliche Nachfolger muss sich um eine konkurrenzfähige Mannschaft kümmern. In den nächsten zehn Tagen soll die Entscheidung fallen. Darüber hinaus wird mit einem Abschied von Geschäftsführer Holger Liekefett gerechnet.