Erfolg gegen Nigeria

Messi macht den Unterschied

Zwei Tore des Superstars bringen den 3:2-Sieg über Nigeria, das auch ins Achtelfinale einzieht

Als Magier Lionel Messi in der 63. Minute entspannt winkend vom Feld schlenderte, erhoben sich die Fans jubelnd von ihren Plätzen. Einen Tag nach seinem 27. Geburtstag hatte der kleine Argentinier mit einer weiteren Gala-Vorstellung und zwei Toren beim 3:2 (2:1) gegen Nigeria seinem Land den Gruppensieg geschenkt. Aber auch Verlierer Nigeria jubelte mit. Die Afrikaner zogen trotz der Niederlage ins Achtelfinale ein, verneigten sich aber zunächst vor Messi, bevor die Jubelfeier begann. „Argentinien hat einige sehr starke Spieler, aber Messi ist vom Jupiter“, sagte Nigerias Trainer Stephen Keshi.

Messi, der mit seinen Turniertreffern drei und vier an der Spitze der Torjägerliste mit dem Brasilianer Neymar gleichzog, war trotz des Sieges und seiner Gala nicht rundum zufrieden. Zu Recht, denn der Mitfavorit zeigte erneut große Schwächen in der Defensive. „Wir haben heute ein gutes Argentinien gesehen, aber wir wollen noch mehr“, sagte Messi und bemängelte die Abwehrleistung: „Wir haben zwar ein paar Schwächen in der Defensive abgestellt, trotzdem ist es schade, dass wir zwei Tore kassiert haben. Das müssen wir in den nächsten Spielen besser machen.“ Uneingeschränkt positiv wertete er die Unterstützung der weiß-blau gekleideten Fans: „Das war unglaublich.“

Zuviel Respekt bei den Afrikanern

Nigeria erreichte das Achtelfinale, weil Bosnien-Herzegowina Schützenhilfe leistete. Der bereits zuvor gescheiterte WM-Neuling bezwang den Iran 3:1 (1:0) und verhinderte damit, dass der dreimalige Asienmeister (1 Punkt) noch an den Afrikanern (4) vorbeizog. Damit war auch die Gefahr eines Losentscheides gebannt: Bei einem 3:2 des Iran hätte der Weltverband Fifa den Zufall über den Achtelfinalgegner entscheiden lassen müssen. Nigeria steht damit zum dritten Mal nach 1994 und 1998 in der K.o.-Runde einer WM.

Trainer Stephen Keshi fand trotz der Niederlage positive Aspekte: „Ich bin zufrieden, vor allem mit der zweiten Halbzeit. Davor haben wir zu viel Respekt gezeigt. Das Team entwickelt sich, und das ist gut.“

Messi hatte Argentinien vor 43.285 Zuschauern, die meisten davon begeisterte Landsleute, schon in der dritten Minute mit einem klassischen Abstauber nach einem Pfostenschuss von Angel Di Maria in Führung gebracht. Nur eine gute Minute später gelang Ahmed Musa der Ausgleich. Kurz vor der Pause zirkelte Messi einen Freistoß aus mehr als 20 Metern in den Winkel (45.+1). Nach dem 2:2 durch Musa (47.) sorgte Marcos Rojo (50.) für den Endstand.

Beide Mannschaften machten allerdings nicht den Eindruck, als kämen sie für einen Platz im Halbfinale oder im Endspiel infrage. Die Argentinier spielten zwar etwas besser als bei den schmeichelhaften Zittersiegen gegen Bosnien (2:1) und Iran (1:0), zeigten aber in der Tat die von Messi bemängelten Defensivschwächen. Wie schon gegen die Iraner hatte vor allem Pablo Zabaleta auf der rechten Abwehrseite immer wieder Probleme. „Wir sind sehr offensiv ausgerichtet, dadurch ermöglichen wir dem Gegner immer wieder Konterchancen, und die hat Nigeria auch genutzt“, sagte Trainer Alejandro Sabella, der sich vorgenommen hatte, die Abhängigkeit der Mannschaft von Messi zu verringern, aber damit noch nicht weit kam.

Allerdings deutete Argentinien auch sein enormes Offensivpotenzial an. Messi nahm sich zwar zahlreiche Auszeiten, bewies aber erneut, dass er immer ein Spiel alleine entscheiden kann. Auch Angel Di Maria von Champions-League-Sieger Real Madrid ließ auf der linken Außenbahn immer wieder seine Extraklasse aufblitzen. Sorgen muss sich Sabella um Sergio Agüero. Der Angreifer vom Manchester City, der kaum auffiel, wurde in der 38. Minute angeschlagen ausgewechselt.

Beide Halbzeiten begannen zwar vielversprechend mit Doppelschlägen, doch die Qualität ließ auch ebenso schnell wieder nach. Nach dem 3:2 durch Rojo plätscherte das Spiel lange dahin, unterbrochen von einem Highlight: der Auswechslung Messis in der 63. Minute unter dem Jubel der Fans. „Wir müssen ruhig bleiben und arbeiten weiter an unserem Traum“, sagte der Mann des Spiels.