Fußball

Lahm erwischt einen ganz schwachen Tag

Die deutsche Mannschaft in der Einzelkritik

Manuel Neuer: Hatte sehr viel mehr zu tun, als ihm lieb sein dürfte. Vor dem Spiel schoss Ersatzstürmer Miroslav Klose den Nationaltorhüter warm, während des Spiels übernahmen Gyan, Atsu und Muntari diesen Job. Bei den Gegentoren ohne Chance. Note drei.

Jerome Boateng (bis 45.): Daumen hoch bis zur Halbzeitpause: trotz Teilabriss des Seitenbandes am selbigen der rechten Hand. Hatte keine Probleme mit Gegenspieler Andre Ayew, konnte sich aber mit Leistenproblemen kaum ins Spiel nach vorn einschalten. Musste deshalb auch vorzeitig raus. Note drei.

Skhodran Mustafi (ab 46.): Oh je! Nach nur neun Minuten auf dem Platz zeigte sich beim 1:1, dass der Fast-Ibiza-Urlauber Vorgänger Boateng eben nicht so einfach ersetzen kann. Note fünf.

Per Mertesacker: Sein 100. Länderspiel war sicher nicht sein bestes. Will der Wahl-Engländer in Brasilien noch sein 105. Länderspiel bestreiten, muss er sich steigern. Note vier.

Mats Hummels: Bundestrainer Löw sollte überdenken, nicht doch wieder ein Langpassverbot für den Dortmunder einzuführen. Damit übertrieb er es diesmal ein bisschen. Unbedingt verbieten sollte er Grätschen ins Leere, die zu Gegentoren führen. Note vier.

Benedikt Höwedes: Zunächst wirkte er so bieder wie Sauerbraten mit Rotkohl. Dann bereitete er den Ausgleichstreffer vor. Note drei.

Philipp Lahm: Sein Fehlpass leitete direkt das 1:2 ein. Da hilft es dann auch nichts, dass er Ghanas Prinzen königlich im Griff hatte. Note vier.

Toni Kroos: Versuchte das Spiel zu dirigieren. Es blieb allerdings zu oft beim Versuch. Note vier.

Sami Khedira (bis 69.): Blieb in der Defensive trotz 30 Grad im Schatten immer cool. Darf seine Offensivkollegen im Spiel gegen die USA aber gern wieder etwas mehr unterstützen. Note vier.

Bastian Schweinsteiger (ab 69.): Ein erstaunliches Comeback. Mit ihm und Miroslav Klose kam endlich Schwung ins deutsche Spiel.

Mesut Özil: Direkt nach dem Spiel gegen Portugal hatte José Mourinho den Wahl-Londoner noch in Schutz genommen. „Özil ist Özil“, hatte er gesagt. Was nett gemeint war, gilt leider auch im umgekehrten Sinn. Özil ist Özil – entweder er zaubert, oder er zaudert. In Fortaleza gegen Ghana hatte er den Zauberstab leider nicht dabei gehabt. Note vier .

Mario Götze (bis 69.): In Halbzeit eins war es zum Wegschauen, in Halbzeit zwei machte er in einem Moment dann selbst die Augen zu – und traf zum Führungstreffer mit der Nase. Note vier.

Miroslav Klose (ab 69.): Weltklasse, wenn man einen Stürmer wie Klose auf der Bank hat. Der 36-Jährige brauchte nur zwei Minuten auf dem Platz, um mit seinem 15. WM-Treffer Weltmeisterschaftsgeschichte zu schreiben und mit Ronaldo gleichzuziehen.

Thomas Müller: In der ersten Halbzeit versuchte er es viel zu viel mit Hacke, Spitze, eins, zwei, drei. Nach dem Seitenwechsel bewies Drei-Tore-Müller dann wenigstens, dass er Tore auch vorbereiten kann. Note drei.