Fußball

Sechs Punkte haben bisher immer gereicht

Nach diesem Modus geht es ins Achtelfinale der WM

Mit dem Beginn der dritten und letzten Gruppenspieltage am Montag entscheidet sich, welche Mannschaften die K.o.-Runde erreichen und in welchem Achtelfinale sie spielen. Dabei werden zunächst die Kriterien angelegt, die man auch aus der Bundesliga kennt.

Sind zwei Mannschaften punktgleich, entscheidet zunächst die Tordifferenz, danach die Anzahl der erzielten Tore aus allen Gruppenspielen. Sollte nach Anwendung dieser Kriterien immer noch keine Entscheidung gefallen sein, kommt der direkte Vergleich der punkt- und torgleichen Mannschaften zum Tragen. Auch hier gilt dann: Erst zählt die Anzahl der Punkte, dann die Tordifferenz und zuletzt die Anzahl der erzielten Tore aus den Direktbegegnungen. Gibt es nach Anwendung dieser sechs Kriterien immer noch keine Entscheidung, kommt die wohl grausamste aller Methoden zum Einsatz: das Los.

Seitdem die Drei-Punkte-Regel bei der Weltmeisterschaft 1994 in den USA eingeführt wurde, ist jedoch eines sicher: Sechs Punkte haben immer zum Erreichen des Achtelfinales gereicht. Seit der WM 1998 in Frankreich, dem ersten Turnier mit 32 Teilnehmern, kamen die Gruppendritten maximal auf vier Punkte. Qualifizieren können sich jedoch nur die beiden Erstplatzierten aus den acht Gruppen.

Die letzte WM mit 24 Mannschaften, 1994 in den USA, bot dagegen gleich zweimal die Konstellation, die ein Ausscheiden mit sechs Punkte erst möglich macht: drei Teams mit jeweils sechs Punkten und eine Mannschaft mit null Zählern. Diese Härtefälle waren vor 20 Jahren jedoch keine. In der Gruppe D (Nigeria, Bulgarien, Argentinien – Griechenland) und in der Gruppe F (Niederlande, Saudi-Arabien, Belgien – Marokko) erreichten die ersten drei Teams jeweils sechs Punkte. Doch um in dem 24er-Feld das Achtelfinale füllen zu können, kamen auch die vier besten Gruppendritten weiter – Belgien und Bulgarien, die deutschen Gegner im Achtelfinale (3:2) und Viertelfinale (1:2), gehörten dazu. Diesen Hintertürchen-Modus wird es auch bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich geben, bei der erstmals 24 Mannschaften an den Start gehen werden.

1994 in den USA gab es auch die engste Gruppenentscheidung der WM-Geschichte. In der Gruppe E (Mexiko, Irland, Italien – Norwegen) hatten alle vier Mannschaften vier Punkte auf dem Konto. Am Ende entschieden die geschossenen Tore für Mexiko (3:3), Irland und Italien (je 2:2) und gegen die Norweger (1:1). Die Iren sicherten sich aufgrund des Sieges gegen Italien (2:1) Rang zwei. Die Azzurri rückten damit als viertbester Gruppendritter gerade noch ins Achtelfinale – und kamen bis ins Endspiel.

Schon 1982 in Spanien hatten Italiens Minimalisten nur mit viel Glück die Gruppenphase überstanden – und ohne Sieg. Drei Unentschieden (ein 0:0 gegen Polen, ein 1:1 gegen Peru und ein 1:1 gegen Kamerun) reichten, um Kamerun (Tordifferenz 1:1) mit einer Tordifferenz von 2:2 hinter sich zu lassen. Am Ende war Italien zum dritten Mal Weltmeister.