Netzlese

Falsche Gefühle

Sebastian Fiebrig über die Fußball-WM im Internet

Gary Lineker ist nicht nur als ehemaliger englischer Fußballer bekannt, sondern auch weil er immer für einen starken Spruch gut ist. Legendär sein Satz nach dem Halbfinal-Aus gegen Deutschland bei der Weltmeisterschaft 1990 in Italien: „Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen die Deutschen.“

In Brasilien ist der ehemalige Weltklassespieler als Fernseh-Experte dabei und hält bei Twitter seine über 2,5Millionen Follower auf dem Laufenden. Und so sorgte sein Tweet über den weinenden Serey Die für Aufsehen. Der Nationalspieler der Elfenbeinküste konnte vor Anpfiff der Partie gegen Kolumbien seine Tränen nicht zurückhalten. Wenig später erklärte Lineker bei Twitter in wenigen Zeichen: „Serey Die, der bei der Nationalhymne der Elfenbeinküste so emotional reagierte, hat seinen Vater zwei Stunden vor Anpfiff verloren. Wie schrecklich!“ Fast 4000 Twitter-Nutzer verteilten diese Information von Lineker weiter und sprachen dem Spieler sein Mitgefühl aus. Die traurige Nachricht verbreitete sich über News-Portale. Serey Die kam erst am Tag danach dazu, sich zu erklären. Bei Instagram schrieb er zu dem Bild, das ihn weinend zeigte: „Mein Vater starb 2004. Ich weinte wegen stolzer, patriotischer Gefühle.“