WM-Berichterstattung

Katrin Müller-Hohenstein

Frauen haben es erfahrungsgemäß schwer bei der Fußballberichterstattung.

Das ist so offensichtlich, dass man das abgegriffene Schalke-05-Beispiel gar nicht erst zitieren muss, an dem die arme Carmen Thomas scheiterte. Katrin Müller-Hohenstein, die regelmäßig für das ZDF aus dem deutschen WM-Quartier berichtet, hat aber nicht mit unterstellter Inkompetenz zu kämpfen, sondern mit dem Vorwurf, es mangele ihr an Distanz. In der Tat haben ihre Berichte aus dem Campo Bahia etwas fast schulmädchenhaft Begeistertes. „Am meisten bewundere ich Bundestrainer Joachim Löw“, schwärmte sie ungeniert, „und ich frage mich: Wie cool ist dieser Mann eigentlich?“

Der „11 Freunde“-Journalist Dirk Gieselmann hat ihr deshalb Hofberichterstattung vorgeworfen. Bei Twitter sehen das auch einige User so.

Dazu informiert Müller-Hohenstein immer wieder über Randständiges oder Irrelevantes und füttert gern mal ein Äffchen mit einer Banane. Dann wiederum sah man sie mit Lukas Podolski am Wasser sitzen, es wirkte sehr vertraut. Dirk Gieselmann dazu: „An einem anderen Beckenrand saß wiederum Katrin Müller- Hohenstein mit ihrem Lieblingsstümer Lukas Podolski, sie malten mit den Zehen Kringel ins kühle Nass. Wesentlich interessanter als das sogenannte Interview war die Frage: Wann schubst er sie endlich rein? Das war ja damals, im Freibad Bergheim, wo Poldi die Sommerfreien verbrachte, die höchste Form der Liebesbekundung.“

An Katrin Müller-Hohenstein sieht man am deutlichsten, wie schmal der Grat zwischen Nähe und Distanz ist, auf dem die Berichterstattung wandelt. Da wird es dann schnell peinlich. 1 von 9 Punkten.