WM-Berichterstattung

Reinhold Beckmann und Giovane Elber

Fußballfans mögen das ja eher nicht so sehr, wenn sich jemand für alles zuständig fühlt. Und wenn dann auch noch zu tief im Emotional-Zwischenmenschlichen gegründelt wird, dann ist es mit der Sympathie schnell gleich ganz vorbei.

So erklärt sich, warum viele Zuschauer ihre Probleme mit Reinhold Beckmann und seinem Sidekick Giovane Elber haben.

Beckmann hat außerdem die manchmal etwas nervenaufreibende Vorliebe für sinnlose Wortspiele („Nur der frühe Vogel fängt den Jogi Löw“) und für staubige Wortmumien aus dem Phrasengrab. Ein Heber des Italieners Mario Balotelli im Spiel gegen England wird da schnell mal zum „Schelmenstück“, wie überhaupt das Spielfeld vollgestellt ist von „listigen“ Gestalten, die „psychologische Vorteile“ oft „ein Stück weit“ auszunutzen verstehen.

Leider kann Giovanne Elber das trotz seiner charmanten Lausbubenhaftigkeit auch nicht so ganz rausreißen. Der Niedlichkeitsfaktor des brasilianischen Radebrechens („Hat fast Tor gemakt!“) kann nicht so ganz darüber hinwegtäuschen, dass ihm die analytische Schärfe eines Mehmet Scholl und auch die Sprachgewalt einfach abgeht. Trotzdem ist es natürlich sympathisch anzusehen, wenn er die bleierne Banalität irgendeiner rasch herbeirecherchierten Statistik à la „ist seit x Spielen unbesiegt“ mit leicht zusammengekniffenen Augen zu einer „breaking news“ hochfrisieren möchte.

Fazit: Ein nett anzusehendes, aber leider allzu harmloses Duo. 4 von 9 Punkten.