Beachvolleyball

Am deutschen Strand ist der Konkurrenzkampf hart wie nie

Beachvolleyballer beim Grand Slam in Berlin unter Druck

Im Kalender von Kay Matysik und Jonathan Erdmann ist der Termin Anfang August 2016 jetzt schon geblockt. „Da gibt es entweder Urlaub“, sagt Matysik, „oder die Olympischen Spiele in Rio.“ Fast im gleichen Atemzug fügt der 34-jährige Beachvolleyball-Profi hinzu: „Ich hoffe doch, es wird Olympia.“ Noch sind es mehr als zwei Jahre hin. Momentan kämpft die Weltelite beim Gran Slam auf dem Washingtonplatz in Berlin um 800.000 Dollar Preisgeld. Das Berliner Duo startete mit einem Sieg, aber längst wird bei allen Plänen der Blick auf die Copacabana gerichtet.

Die Olympia-Qualifikation beginnt zwar erst am 1. Januar 2015. Punkte gesammelt werden können dann bei allen Turnieren der World Tour, zu denen auch Berlin zählt, und bei der Europameisterschaft. Und der Weltmeister hat sein Ticket sicher. Aber fürs Erste sind Erdmann/Matysik damit beschäftigt, ihren Status zu verteidigen. Nach dem Rücktritt der Olympiasieger Julius Brink/Jonas Reckermann sind die WM-Dritten von 2013 die deutsche Nummer eins. Doch die Konkurrenz ist stark. Die Deutschen Meister Markus Böckermann/Mischa Urbatzka etwa. Oder Sebastian Dollinger/Lars Flüggen. Oder das neu formierte Duo Stefan Windscheif/Alexander Walkenhorst, dem die Berliner zuletzt zweimal unterlegen waren, in Hamburg und bei der EM auf Sardinien. Nur zwei Teams pro Nation dürfen nach Rio.

Deshalb sind Veranstaltungen wie jene an diesem Wochenende in Berlin schon wichtig. Vor allem Grand Slams bestreiten Erdmann/Matysik in diesem Jahr, beim Finale im Oktober wollen sie dabei sein. „Dann gehören wir zu den acht besten Teams der Welt“, sagt Matysik, „das ist unser Ziel.“ Erdmann ergänzt: „Wir wollen uns schon eine gute Ausgangsposition verschaffen für die nächsten beiden Jahre.“ Dass sie ein Top-Duo sein können, bewiesen sie gleich beim ersten internationalen Auftritt der Saison in Shanghai, wo sie Dritte wurden. Dabei hatte sich Matysik im Winter an der Schulter operieren lassen. Schneller als erwartet kam die Form zurück.

Fast noch härter als bei den Männern ist bei den deutschen Frauen der Kampf um die zwei Olympia-Startplätze. Nach London 2012 hatten sich Laura Ludwig und Sara Goller getrennt. Die neue Nummer eins schienen die Berlinerinnen Kathrin Holtwick/Ilka Semmler zu sein. Doch schon bei der WM 2013 schnappte ihnen die Stuttgarter Kombination Karla Borger/Britta Büthe mit Silber den Ruhm weg. Und Ludwig hat sich viel schneller als erwartet mit ihrer neuen Partnerin Kira Walkenhorst entwickelt. Sie gewannen Anfang Mai den Grand Slam in Shanghai.

Die beiden Hamburgerinnen sind in Berlin wegen Verletzung nicht am Start, Holtwick/Semmler wollten die Gelegenheit nutzen, sich wieder in den Vordergrund zu spielen. Doch sie scheiterten schon in der Vorrunde und schrieben auf Facebook: „Uns fehlen die Worte. Die Enttäuschung überwiegt gerade alles.“ Vorige Woche in Moskau war es ihnen ähnlich ergangen. Sie scheinen durch den Konkurrenzkampf völlig verunsichert zu sein. So etwas ist bei Erdmann/Matysik nicht zu erwarten.