Duell

Kolumbien auch ohne Ramos fast im Achtelfinale

Matchwinner James Rodriguez ging klatschend vor die „gelbe Wand“ der kolumbianischen Massen und ließ sich gebührend feiern.

Mehr als 50.000 mitgereiste Fans waren aus dem Häuschen, als ihre Lieblinge den zweiten Sieg bei der WM eingefahren und das Tor zum Achtelfinale weit aufgestoßen hatten. „Ich bin einfach nur sehr, sehr glücklich. Und hätte nicht gedacht, dass wir mit zwei Siegen in die WM starten würden“, sagte 1:0-Schütze Rodriguez nach dem verdienten, am Ende aber umkämpften 2:1 (0:0) im Top-Duell der Auftaktsieger der Gruppe C gegen die Elfenbeinküste. Deren Starspieler Didier Drogba kam erst nach einer Stunde aufs Feld, das er nach dem Abpfiff rasch verließ. Nicht bei Kolumbien zum Einsatz kam der Hertha-Profi Adrian Ramos.

Denn Drogbas Zauber wirkt offensichtlich nicht mehr. Kolumbien kam am Donnerstag in Brasilia zum Führungstreffer durch Rodriguez (64. Minute), weil dieser ein Kopfball-Duell ausgerechnet gegen Drogba gewann. Juan Quintero (70.) sicherte mit seinem Treffer den zweiten Dreier, der den Kolumbianern fast schon für die nächste Runde reicht. Drogba & Co. hingegen kamen vor 68.700 überwiegend begeisterten Zuschauern im Estadio Nacional der Hauptstadt Brasilia nur zum Ehrentor von Gervinho (73.).

„Wir lernen noch und sind bei einer WM. Ich bin sehr glücklich über die Entwicklung von allen“, stellte Trainer José Pekerman nach der Partie zufrieden fest. Sein Kollege Sabri Lamouchi hingegen war nach dem Rückschlag traurig. „Das war eine Niederlage gegen ein gutes Team, das unsere Fehler ausgenutzt hat“, stellte er selbstkritisch fest. Zugleich gab er sich aber kämpferisch. „Ich kann meiner Mannschaft nichts vorwerfen, denn sie hat bis zum Schluss alles versucht. Gegen Griechenland müssen wir noch mal alles mobilisieren.“

Tränen wegen Trauerfall

Kolumbien überzeugte über weite Strecken mit einer kompakten Abwehr und Kontern. Pekerman ließ sein Team schnell nach vorn spielen. Gesucht wurde meistens „Kopf“ Rodriguez. Die Mehrzahl der Angriffe liefen über den Mann vom AS Monaco, der diesmal allerdings auch öfter hängen blieb. Angefeuert von dem am Wochenende wiedergewählten Präsident Juan Manuel Santos und den vielen mitgereisten Fans dominierten die Kolumbianer die Partie. Das Stadion war fest in der Hand der gelb gekleideten Südamerikaner. Das „Gelbe Fieber“, wie Verbandspräsident Luis Bedoya es nannte, grassierte im Estadio Nacional.

Vor dem Anpfiff hatte der Ivorer Serey Dié bei der Nationalhymne hemmungslos geweint. Der Grund: Nach Angaben verschiedener internationaler Medien ist der Vater des Mittelfeldspielers vom FC Basel nur zwei Stunden vor dem Anpfiff der Partie verstorben.