Streit

DFB fordert Zwanzigers Fifa-Rücktritt

Offener Streit Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist ein Zwist ausgebrochen zwischen Theo Zwanziger, dem ehemaligen DFB-Präsidenten, und seinem Nachfolger Wolfgang Niersbach. Zwanziger, von 2004 bis 2012 DFB-Chef, griff Niersbach zum wiederholten Male an. „Ich kann mir doch nicht bei Hunderttausenden von Menschen, die unter Ehrenamt im Fußball etwas ganz anderes verstehen, aus der Kasse des DFB Vergütungen in einer deutlich sechsstelligen Größenordnung zahlen lassen. Das ist Heuchelei. Der DFB ist ein gemeinnütziger Verband“, sagte Zwanziger. Er kritisiert damit, dass Niersbach angeblich mehr als die normale Aufwandsentschädigung eines DFB-Präsidenten erhält.

Altersversorgung Das DFB-Präsidium reagierte bei einer Sitzung in Salvador „mit großem Befremden“ auf diese Äußerungen. Die Angriffe seien „offensichtlich persönlich motiviert“ und würden vom Präsidium „auf das Schärfste zurückgewiesen“, wie es in einer Stellungnahme hieß. Das Präsidium ärgerte sich besonders über die Vorwürfe zur Vergütung. „Die Aufwandsentschädigung für Niersbach entspricht exakt der des Amtsvorgängers Zwanziger.“ Die Altersversorgung von Niersbach sei vor dessen Amtsantritt 2012 gutachterlich geprüft und „vollumfänglich mit den Vorgaben des gemeinnützigen Verbandes vereinbar“. Niersbach war von 1988 bis 2012 hauptamtlich in verschiedenen Funktionen beim DFB angestellt.

Unpassender Zeitpunkt Das Präsidium kritisierte die wiederholten Anwürfe von Zwanziger während der WM, womit er seine persönlichen Interessen über die Interessen des deutschen Verbandes stelle. „Da er nach Einschätzung des Gremiums auch in der Fifa nicht die Interessen des deutschen Fußballs angemessen vertritt, fordert das DFB-Präsidium Dr. Theo Zwanziger auf, von seinem Amt im Exekutivkomitee des Weltverbandes zurückzutreten.“ Zwanziger meldete sich umgehend, er werde „natürlich nicht“ zurücktreten, sagte der 69-Jährige im Gespräch mit Sport1: „Niersbach kann ja mit Blatter einmal darüber sprechen.“ Noch ist Theo Zwanziger bis zum 29. Mai nächsten Jahres gewählt. Auf die Kritik des DFB-Präsidiums reagierte der ehemalige DFB-Chef mit einiger Gelassenheit: „Darüber kann ich nur lachen.“