Fußball

Kolumbien überrollt Griechenland auch ohne Ramos

Südamerikaner bestätigen ihren Ruf als Geheimfavorit

Auch ohne den verletzten Superstar Radamel Falcao gelang Kolumbien ein WM-Start nach Maß. Die Mannschaft von Trainer José Pekerman gewann gegen ein biederes Griechenland mit 3:0 (1:0) und bestätigte zumindest phasenweise den Status als Geheimfavorit. Die Torschützen Pablo Armero (6.), Teofilo Gutierrez (58.) und James Rodriguez (90.+3) ebneten den Kolumbianern 16 Jahre nach der letzten WM-Teilnahme den Weg ins Achtelfinale. Und sie entfachten vor 57.174 Zuschauern im Estadio Mineirao, das fest in der Hand der kolumbianischen Fans war, wahre Jubelstürme. Auch die weiteren Aufgaben in der Gruppe C gegen die Mannschaft der Elfenbeinküste und Japan erscheinen für Kolumbien machbar.

Der frühe Führungstreffer spielte den Südamerikanern in die Karten. Nachdem sie erst wie aufgedreht zur Sache gegangen waren, zogen sie sich danach etwas zurück und überließen den Griechen den Spielaufbau, um dann bei Ballbesitz schnell zu kontern. Diese Strategie schmeckte dem Europameister von 2004 überhaupt nicht, vor allem mit der Spielgestaltung waren die Griechen meist überfordert.

Nur bei Standards wurde es für Kolumbien ab und an brenzlig. Nach einem Freistoß von José Holebas verpasste Vasilios Torosidis per Kopf den Ausgleich nur knapp (28.). Die Cafeteros (Kaffeepflücker) blieben bei ihren schnellen Gegenstößen gefährlich, aber im Abschluss zu harmlos. Ein möglicher weiterer Vollstrecker, der bisherige Herthaner und künftige Dortmunder Adrian Ramos, blieb auf der Bank.

Falcao, der nach einem Kreuzbandriss nicht rechtzeitig fit wurde, verfolgte das Spiel mit einer riesigen Sonnenbrille von der Tribüne aus. Nach der Pause erhöhte Kolumbien den Druck, was sich auszahlte. Gutierrez stand nach einer Ecke von Rodriguez, der in seiner Heimat als Nachfolger des legendären Carlos Valderrama gilt, richtig und drückte den Ball über die Linie. Rodriguez (AS Monaco), umsichtiger Lenker des Spiels, konnte vor allem in der zweiten Halbzeit die hohen Erwartungen erfüllen und krönte seine Leistung mit dem späten dritten Treffer.

Die beste Chance der Griechen hatte ein ehemaliger Stürmer von Hertha BSC. Theofanis Gekas traf mit einem Kopfball nur die Unterkante der Latte (63.).

„Dieser Erfolg ist großartig für ganz Kolumbien, weil bei den Fans sehr viele Emotionen im Spiel sind“, sagte Trainer Pekerman. Er sei „sehr zufrieden“ mit dem Spiel seiner Mannschaft. „Wir haben mit der richtigen Einstellung agiert.“