Personaldebatte

Blatter kandidiert erneut, aber DFB-Chef fordert seinen Rückzug

Am Tag nach der Revolte der europäischen Fußball-Funktionäre gegen Fifa-Präsident Joseph Blatter hat DFB-Chef Wolfgang Niersbach nochmals den Abschied des Schweizers aus dem Amt im Mai 2015 gefordert.

„Blatter hat sehr viel Gutes geleistet, aber dieser Übergang bietet sich an – sofern Michel geneigt ist. Platini ist seit 1998 in der Funktionärswelt drin“, sagte Niersbach vor dem 64. Fifa-Kongress in Sao Paulo.

Die Uefa-Delegierten hatten Blatter am Dienstag bei ihrer internen Sitzung die Gefolgschaft für eine fünfte Amtszeit im Gegensatz zu den fünf anderen Fifa-Konföderationen verweigert. Der 78-jährige Blatter reagierte darauf verärgert und hat trotzdem gestern wie erwartet seine Kandidatur für die Wahl 2015 angekündigt. „Ich bin bereit“, sagte er, „meine Mission ist noch nicht beendet.“

Niersbach sprach sich dagegen für Uefa-Chef Michel Platini als Nachfolger aus. „Er ist der Geeignetste“, sagte der DFB-Präsident, der mit dem Franzosen freundschaftlich verbunden ist. Im September will sich Platini, der sein Uefa-Amt niederlegen müsste, zu seinen Fifa-Ambitionen äußern.