Studie

Warum Weltmeister Spanien neidisch auf die Bundesliga ist

Die Bundesliga bleibt die profitabelste Fußball-Liga Europas, beim Umsatz hinkt sie der englischen Premier League aber weiterhin hinterher.

Das ist das Ergebnis einer Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Deloitte. In England wurden in der Saison 2012/13 2,9 Milliarden Euro umgesetzt, die Bundesliga kam nach einer Steigerung von acht Prozent auf 2,0 Milliarden Euro und behauptete den zweiten Platz vor der spanischen Primera Division (1,9), der italienischen Serie A (1,7) und der Ligue 1 in Frankreich (1,3). Die Erlössteigerung um rund 150 Millionen Euro ging zu mehr als 80 Prozent auf das Konto der Champions-League-Finalisten München und Dortmund.

Die Gesamtumsätze des europäischen Fußballmarktes stiegen um zwei Prozent auf ein neues Rekordniveau von 19,9 Milliarden Euro. Dabei machten die sogenannten „Big Five“-Ligen nahezu die Hälfte (9,8 Milliarden Euro) des Marktvolumens aus. Besonders gut steht die Bundesliga in Sachen Wirtschaftlichkeit da. Mit einem operativen Ergebnis von 264 Millionen Euro ist sie zum fünften Mal nacheinander die profitabelste der europäischen Top-Fünf-Ligen. Ein Grund dafür sind die vergleichsweise geringen Gehaltskosten: Das durchschnittliche Verhältnis der Gehaltskosten zum Gesamtumsatz betrug 51 Prozent. Zum Vergleich: Frankreich (66 Prozent), England (71 Prozent), Italien (71 Prozent) weisen deutlich höhere Quoten auf. „Seit Beginn unserer Analysen vor über 20 Jahren war keine Fußball-Liga in einer Spielzeit profitabler als die Bundesliga in der Saison 2012/13“, sagte ein Deloitte-Anaylst: „Die zunehmende Professionalität in den Führungsetagen und das strenge Lizenzierungsverfahren der DFL dürften auch im Kalkül von potenziellen strategischen Partnern oder Sponsoren eine nicht unerhebliche Rolle spielen.“ Angesichts dieser Zahlen blickt man vor allem aus Spanien staunend auf die Entwicklungen. „Wir schauen neidvoll auf die Bundesliga“, sagte Staatssekretär Miguel Cardenal, Spaniens oberster Mann im Sport, zu „Spiegel Online“: „Wir haben zwar die besseren Spieler, doch in Deutschland funktioniert die Vermarktung selbst bei kleinen Klubs viel besser.“