Steigerung

Volleyballer überraschen in Argentinien

Junges Team zeigt Biss und will sich an starker Leistung messen lassen

Bundestrainer Vital Heynen gerät bei seinen Volleyballern manchmal ein bisschen ins Staunen. „Wir haben uns heute selbst ein gutes Stück überrascht. Zwei Sätze waren nicht so gut, aber dann haben wir uns so richtig reingebissen in dieses Spiel“, sagte der Belgier voller Stolz nach dem dritten Sieg im vierten Weltligaduell.

Nach einem Kraftakt bezwang das Team den Weltranglistensiebten Argentinien in Salta mit 3:2 (20:25, 20:25, 25:20, 25:16, 15:13) und machte dabei einen 0:2-Satzrückstand wett. „Wir haben nie aufgegeben, immer weiter gekämpft, auch als wir im Tiebreak 6:10 zurücklagen“, erzählte Heynen weiter. Eins steht für ihn nach dem überraschenden Erfolg nun fest: „So will ich die Mannschaft immer sehen.“

Der Belgier wird sein junges Team künftig an dieser Leistung messen. Die Steigerung verblüfft jedoch, denn tags zuvor hatte der personell neu formierte EM-Sechste gegen die Gastgeber klar mit 0:3 verloren. Und auch diesmal bereiteten die Argentinier um den starken Facundo Conte mit ihren Aufschlägen viele Probleme. „Ich bin sehr froh, dass wir uns mit einem Sieg aus Argentinien verabschiedet und uns damit für die harte Arbeit belohnt haben. Das Wochenende hat aber auch gezeigt, woran wir noch arbeiten müssen“, resümierte Außenangreifer Christian Fromm.

Auch sein Teamkollege Denis Kaliberda, der zum Auftakt gegen Japan wegen Wadenproblemen noch geschont worden war, stellte mit 16 Punkten in der Offensive mal wieder seinen hohen Wert unter Beweis. „Wir haben es geschafft, als Mannschaft zusammen zurückzukommen“, erklärte der 23-Jährige erschöpft. „Ich bin megafertig, der letzte Punkt war fünf Uhr deutscher Zeit. “

Der Weltranglistenzehnte ist nun in Gruppe D mit sieben Zählern Zweiter hinter Frankreich, das in der kommenden Woche in Stuttgart gastiert. „Da ist so viel Luft nach oben“, so Kaliberda. „Die Devise heißt: arbeiten, arbeiten, arbeiten. Jetzt freuen wir uns auf Stuttgart. Die Franzosen sind stark, aber wenn wir gut spielen, haben wir alle Möglichkeiten zu gewinnen.“ Heynen wird dort wieder auf einige Akteure zurückgreifen, die zuletzt wegen privater oder beruflicher Verpflichtungen pausieren durften. Vielleicht gerät Heynen auch dann ins Staunen.