Tennis

Lädierte Schulter bremst Haas bei den French Open

Tommy Haas saß wie ein Häufchen Elend auf der Bank.

Es herrschte gespenstische Stille auf Court drei im Stade Roland Garros. Wenig später folgte die traurige Gewissheit: Aufgabe von Haas in der ersten Runde der French Open gegen Jürgen Zopp (Estland) – bei eigener 5:2-Führung. Wie so oft in den vergangenen Monaten hatte der 36-Jährige den Kampf gegen seinen Körper verloren. Die dreimal operierte Schulter scheint den Belastungen im 18. Jahr in der Knochenmühle Profitour nicht mehr standzuhalten.

„Sie ist eine tickende Zeitbombe. Ich bin sehr frustriert, für mich ist das ein kleiner Schock“, sagte der Weltranglisten-18., der aber nach dem Malheur nicht an ein Karriereende dachte: „Ich habe noch nicht damit abgeschlossen. Wenn ich fit bin, kann ich noch richtig gut spielen.“ Und wenn nicht? „Dann wird es bald eine leichtere Antwort geben.“ Es war bereits die vierte verletzungsbedingte Aufgabe der deutschen Nummer eins in diesem Jahr. Auch bei den Australian Open hatte Haas im Januar sein Auftaktmatch nicht zu Ende spielen können.

Dabei war der Beginn der Mission French Open vielversprechend. 5:2 führte Haas, als er nach einem Vorhandschlag mit schmerzverzerrtem Gesicht das Racket fallen ließ, seine Kappe abnahm und mit konsterniertem Gesichtsausdruck zu seiner Bank lief. „Ich habe bei dem Schlag etwas gespürt und gehört. Vielleicht hatte auch das nasskalte Wetter eine Mitschuld“, sagte Haas, der schon seit langem einen Riss in der Schulter hat. Ein herbeigerufener Physiotherapeut versuchte erst gar nicht zu helfen. Haas verließ mit hängendem Kopf den Court. „Aber ich werde versuchen, das wieder hinzubekommen. Die nächsten Höhepunkte stehen an mit Halle/Westfalen und Wimbledon“, meinte er.

Insgesamt überstanden neun der 16 im Hauptfeld gestarteten deutschen Profis die erste Runde (sechs Frauen, drei Männer). Philipp Kohlschreiber (Augsburg) hat seine Auftakthürde gegen den Spanier Pere Riba mit 7:5, 6:4, 6:1 problemlos genommen. Dinah Pfizenmaier aus Bochum (4:6, 6:3, 6:3 gegen Estrella Cabeza Candela/Spanien) und der Warsteiner Jan-Lennard Struff (6:1, 6:4, 6:4 gegen Albano Olivetti/Frankreich) zogen nach.