Fußball

Bei Union ist jetzt ein Platz im Sturm frei

Angreifer Terodde wechselt zum Ligakonkurrenten Bochum

Es gibt Spötter, die sagen, der 1. FC Union hätte in der Rückrunde der vergangenen Saison ja ohnehin schon ohne Sturm gespielt. Gut, da war Sören Brandy, der mit seinen insgesamt elf Treffern – davon sechs in diesem Jahr – die Fahne der Abteilung Attacke beim Fußball-Zweitligisten hochgehalten hat. Aber sonst? Vor diesem Hintergrund ist der Wechsel von Simon Terodde nur logisch. Der Angreifer verlässt die Köpenicker nach drei Jahren in Richtung VfL Bochum. Sein noch bis 2015 laufender Vertrag wurde aufgelöst, er wechselt ablösefrei zum Ligakonkurrenten, wo er einen Kontrakt bis Sommer 2016 bekommt.

„Ich habe in den vergangenen Tagen immer wieder betont, dass es noch Veränderungen im Kader geben kann. Dazu gehört natürlich auch, dass uns Spieler verlassen“, sagte Unions neuer Trainer Norbert Düwel: „Wir haben nun einen weiteren freien Kaderplatz, den es wohlüberlegt zu besetzen gilt.“ In der Tat, denn nach dem Weggang des 26-jährigen Terodde und der Freigabe für Sturmpartner Adam Nemec wird Union in Sachen Stürmer aktiv werden müssen. „Simons Wechsel gibt uns weiteren Spielraum bei der Mannschaftszusammenstellung. Aus diesem Grund haben wir dem ablösefreien Wechsel zugestimmt“, begründete Nico Schäfer, der kaufmännisch-organisatorische Leiter, warum Union auf eine Einnahme verzichtet.

Terodde, der für Union in 93 Spielen 25 Tore schoss, ist nach Torwart Jan Glinker sowie den Verteidigern Christian Stuff, Patrick Kohlmann und Marc Pfertzel der fünfte Abgang bei den Berlinern. Dem steht bislang mit dem österreichischen Rechtsverteidiger Christopher Trimmel nur ein Zugang gegenüber. Und der große Umbruch im Profikader muss noch nicht beendet sein. Denn mit Nemec und auch Baris Özbek könnte es die Abgänge Nummer sechs und sieben geben. Mittelfeldspieler Özbek, wie Nemec mit einem Vertrag bis 2016 ausgestattet, hatte kurz vor Ende der vergangenen Saison ebenfalls die Freigabe erhalten.

In Bochum frohlockt man derweil ob der Verpflichtung Teroddes. VfL-Sportvorstand Christian Hochstätter ließ wissen: „In Simon Terodde haben wir einen Angreifer verpflichtet, der Bälle behaupten kann und über das Wesentliche verfügt, was einen Stürmer auszeichnet: den Torabschluss. Simon hat überall – ob in Duisburg, Düsseldorf, Köln oder Berlin – seine Tore geschossen.“ Dass er zuletzt bei Union allerdings nur noch die Nummer drei im Angriff hinter Brandy und Steven Skrzybski gewesen ist, dürfte den Bochumern nicht entgangen sein.