Leichtathletik

Jakubczyk düst nur für zehn Sekunden auf die Bahamas

Sechs Wochen Florida und danach noch ein Kurztrip auf die Bahamas.

Es sind die Zutaten für einen Traumurlaub, doch Lucas Jakubczyk ist zum Arbeiten dort und nicht zum Träumen. Anderthalb Monate lang hat sich der Sprinter vom SCC Berlin in den USA auf die Saison vorbereitet. Die Schufterei unter der heißen Sonne hat sich gelohnt: Bereits vor zwei Wochen verfehlte Jakubczyk lediglich um eine Hundertstel den deutschen Rekord von Frank Emmelmann, der vor fast 29 Jahren 10,06 Sekunden gelaufen war, und bezwang dabei unter anderem Hallenweltmeister Richard Kilty. Am Wochenende steht nun mit der erstmals ausgetragenen Staffel-WM in Nassau der nächste Höhepunkt an.

Dass die „World Relays“ nur ein sportpolitisches Geschenk an karibische Gönner in einem von Chinesen erbauten 15.000-Mann-Stadion sind, weil die Bahamas niemals eine große WM ausrichten könnten, interessiert kaum. „Vom läuferischen Potential her hat es in der Breite vielleicht noch nie eine bessere deutsche Staffel gegeben“, sagt Jakubczyk. Vorrangiges Ziel ist die Finalteilnahme und die damit verbundene Qualifikation für die Weltmeisterschaften 2015 in Peking, doch eine Medaille scheint möglich. „Unser Niveau ist schon jetzt so hoch wie bei den letztjährigen Weltmeisterschaften in Moskau“, meint Jakubczyk – damals hatte die DLV-Staffel Platz vier belegt. Insgesamt schickt der Deutsche Leichtathletik-Verband in Nassau vier Teams ins Rennen. Sowohl die Männer als auch die Frauen um die frühere Europameisterin Verena Sailer starten jeweils über 4x100 Meter und 4x200 Meter.

Für Jakubczyk kommt die Staffel-WM gerade recht. Der 29-Jährige mag nicht allein im Rampenlicht stehen, in das er sich durch seinen starken Auftritt in Clermont (USA) gelaufen hat. Nur zu gern verweist er darauf, dass es vermessen wäre, als nächstes eine Zeit unter zehn Sekunden von ihm zu verlangen. „Man darf nicht vergessen, dass meine zweitschnellste Zeit unter regulären Bedingungen immer noch eine 10,20 ist“, sagt er. „Jetzt muss ich meine Leistung erst mal bestätigen, dann schauen wir weiter.“