Chefsache

NRW-Justizminister beklagt Sonderstatus für Häftling Hoeneß

Der nordrhein-westfälische Justizminister Thomas Kutschaty hat der bayerischen Justiz eine „Extra-Wurst“ für Uli Hoeneß vorgeworfen.

„Für alle gewöhnlichen bayerischen Gefangenen gilt der Vollstreckungsplan. Nur für Hoeneß nicht“, sagte der SPD-Politiker der „Rheinischen Post“. „Sonst wäre er schon längst in der JVA Landsberg.“

Hoeneß war am 13. März vom Landgericht München wegen Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Ein ehemaliger Häftling hatte ihm Probleme im Gefängnis angedroht, wenn er nicht einen sechsstelligen Betrag zahle. Der Erpresser wurde gefasst. Hoeneß Anwälte baten um ein Wechsel des Gefängnisses.

NRW-Minister Kutschaty griff seinen bayerischen CSU-Amtskollegen sogar namentlich an: „Uli Hoeneß soll angeblich keine Sonderbehandlung bekommen. Aber zugleich hat der bayerische Justizminister Bausback die Entscheidung, wo Uli Hoeneß seine Haftstrafe absitzen muss, zur Chefsache gemacht.“