Kommentar

Der Zukunft verweigert

Raik Hannemann über den Fehler im Pokalfinale

Dieses Pokalfinale ist eine Messe des deutschen Fußballs gewesen, mit Berlin als perfektem Rahmen. Nur zur Werbung für den Technologiestandort Deutschland geriet das weltweit in 189 Länder übertragene Spiel leider nicht.

Während in England, den Niederlanden und demnächst auch bei der WM in Brasilien moderne Technik zum Einsatz kommt, die hätte zeigen können, ob der Kopfball von Mats Hummels in der 64. Minute nun die Torlinie überquert hatte oder nicht, sperren sich Deutschlands Funktionäre mit allerlei verständlichen und noch mehr unverständlichen Argumenten gegen diese Entwicklung. Als die Mehrheit der 36 in der DFL versammelten Profiklubs unlängst (auch aus Kostengründen) gegen eine baldige Einführung stimmten, gehörten Bayern München und Borussia Dortmund übrigens zu den wenigen, die sich anders positionierten. Dass sie jetzt die Tücken der Demokratie (und des Zögerns des DFB) ausleben müssen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Der deutsche Fußball sollte das Berliner Untor als eine letzte Warnung sehen. Denn nach dem Loch im Hoffenheimer Tornetz war das schon der zweite Sündenfall, den man hätte verhindern können. Nein, müssen.