Dressurreiten

Werth patzt bei der Meisterschaft: „Mein Pferd ist intelligenter als ich“

Kristina Sprehe strahlte schon seit Minuten, als Isabell Werth lautstark fluchte.

„Scheiße“, rief die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt, während sie aus dem Viereck ritt. Nach einem schweren Patzer mit Don Johnson kam die Reiterin aus Rheinberg bei den Deutschen Meisterschaften in Balve im Grand Prix Special nur auf den vierten Platz. Platz eins sicherte erstmals die 26 Jahre alte Sprehe.

„Ich hatte ein Super-Gefühl“, sagte die Siegerin. „Das fühlt sich gut an, das kann so weitergehen.“ Der zweite Dressur-Titel wird am Sonntag vergeben. Auch in der Kür ist die Team-Europameisterin aus dem niedersächsischen Dinklage nun klare Favoritin. Titelverteidigerin Helen Langehanenberg ist in Balve nicht am Start. Ihr Pferd Damon Hill macht nach der Hallen-Saison eine Pause.

Sprehe setzte sich mit ihrem Hengst Desperados mit 83,784 Prozentpunkten unangefochten durch. Deutlich hinter der Siegerin folgte Ulla Salzgeber aus Blonhofen mit Herzruf’s Erbe (77,627). Dritte wurde Fabienne Lütkemeier aus Paderborn mit D’Agostino (77,373).

Trotz der am folgenden Tag anstehenden Kür-Entscheidung kündigte Sprehe eine kleine Feier an. „Das kann man kombinieren“, antwortete sie fröhlich grinsend auf die Frage nach der Vorbereitung: „Man kann in bisschen was trinken und dabei noch mal die Kür ablaufen.“

Nach dem ersten Ärger über den Patzer in der Piaffe hatte Werth ihren Humor wieder schnell zurückgefunden: „Das ist doof gelaufen.“ Der Fehler kostete die Rekord-Meisterin eine bessere Platzierung. Am Vortag hatte sie nach Rang zwei im Grand Prix ihr Pferd noch für seine neue Konstanz gelobt und als „seriös“ bezeichnet: „Heute muss ich feststellen, dass er intelligenter ist als ich.“