Fußball

Fifa-Chef Blatter nennt Vergabe der WM 2022 an Katar einen Fehler

Präsident Joseph Blatter hat die Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar kritisiert und politische Einflussnahme aus Deutschland und Frankreich bei der umstrittenen Entscheidung angedeutet.

„Natürlich war es ein Fehler. Aber wissen sie, man macht viele Fehler im Leben. Der technische Bericht zu Katar hat eindeutig gesagt, dass die Temperaturen im Sommer zu hoch sind“, sagte der Weltverbandschef in einem Interview mit dem Schweizer Sender RTS.

Mögliche Bestechung durch das Emirat an Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees wollte Blatter nicht kommentieren: „Nein, nein, das habe ich nie gesagt.“ Es habe aber offenbar „politischen Druck“ aus Frankreich und Deutschland gegeben. „Man weiß gut, dass große Firmen aus Frankreich und Deutschland in Katar arbeiten, nicht nur für die WM“, sagte der Schweizer. Blatter bestätigte zudem, dass er 2015 erneut kandidieren werde. „Ich habe nicht nur Lust, ich bin entschlossen weiterzumachen“, sagte er. Seine Aussagen zu Katar sind daher auch als Manöver gegen den möglichen Konkurrenten Michel Platini zu verstehen. Der Uefa-Chef hat sich als einziger Funktionär offen zu seiner Katar-Unterstützung bekannt steht wegen seines Treffens mit dem damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und dem Emir von Katar kurz vor der Abstimmung in der Kritik.