Fußball-Relegationsspiel

Nur 0:0 gegen Fürth: HSV steht vor dem Abstieg

Schwache Hamburger zittern vor Relegations-Rückspiel

Nach einem saft- und kraftlosen Auftritt steht Bundesliga-Gründungsmitglied Hamburger SV nach 51 Jahren vor dem Sturz in die Zweitklassigkeit. Die Hanseaten kamen am Donnerstag im ersten Relegationsspiel gegen den Zweitliga-Dritten SpVgg Greuther Fürth nicht über ein 0:0 hinaus und verpassten die Gelegenheit, sich mit Blick auf ihre notorische Auswärtsschwäche ein Polster für das Rückspiel am Sonntag (17.00 Uhr) in Franken zu verschaffen.

„Ich bin enttäuscht“, sagte HSV-Stürmer Pierre-Michel Lasogga, der von Hertha bis Saisonende ausgeliehen ist. „Fürth hat es uns sehr schwer gemacht. Aber noch ist nichts passiert. Jetzt müssen wir eben dort gewinnen.“ Die Gäste aus Fürth verdienten sich das Unentschieden vor 57.000 Zuschauern durch eine engagierte Vorstellung und waren dem Sieg deutlich näher als der harmlose HSV.

Nach der jüngsten Negativserie von fünf Niederlagen am Stück agierten die Hamburger im ersten Alles-oder-Nichts-Spiel um den Liga-Verbleib ohne Selbstvertrauen. Kurz vor dem Anstoß hatte der HSV eine Hiobsbotschaft verkraften müssen: Stammtorhüter Rene Adler klagte nach dem Aufwärmen über Rückenprobleme und konnte nicht spielen. Für ihn lief der Ex-Herthaner Jaroslav Drobny auf. Auf Abwehrchef Heiko Westermann verzichtete HSV-Trainer Mirko Slomka nach dem Aussetzer des Innenverteidigers in Mainz freiwillig, ebenso wie auf Marcell Jansen.

Die Franken waren über das gesamte Spiel das bessere Team. Zoltan Stieber vergab die erste Chance der Partie (17. Minute). Wenig später parierte Drobny einen Schuss von Ilir Azemi. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Jetzt brauchen wir noch eines. Dann kann es klappen“, sagte Fürths Trainer Frank Kramer. Erst in der 65. Minute kamen die hilflos wirkenden Hausherren zu ihrer ersten Torchance durch Lasogga, dessen Kopfball aber Fürths Keeper Wolfgang Hesl parierte. Ein Treffer des 22-Jährigen wurde wegen Abseits nicht gegeben. Fünf Minuten vor Schluss scheiterte Lasogga erneut am Gäste-Keeper. Dennoch sagte er später: „Wir fahren mit voller Überzeugung nach Fürth und müssen das Ding da einfach ziehen.“