Fußball

Bayern sticheln: Nur Klopp droht eine Saison ohne Titel

Titelverteidiger zum Pokalfinale ohne Mandzukic angereist

Zehntes Double für Bayern München oder vierter Pokaltriumph für Borussia Dortmund: Das DFB-Pokalfinale am Sonnabend in Berlin (20 Uhr, ARD und Sky) verspricht dem deutschen Fußball einen Abend, der sich weder vor Spaniens ultimativer Titelentscheidung zwischen dem Tabellenzweiten FC Barcelona und Spitzenreiter Atlético Madrid am gleichen Tag (18 Uhr, Sky) und schon gar nicht vor Englands FA-Cup-Finale zwischen dem FC Arsenal und Hull City (18 Uhr, Sport1) verstecken muss.

„Wir hätten auch 500.000 Karten verkaufen können“, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Offenbar wollen viele sehen, ob das von Bundesliga-Rekorden geprägte Premierenjahr Pep Guardiolas beim FC Bayern nach dem klaren Aus in der Champions League gegen Real Madrid weiter beschädigt wird. Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge wunderte sich aber, dass angeblich nur für seinen Klub so viel auf dem Spiel stehen soll: „Wie bewertet man denn die Saison aus Sicht von Borussia Dortmund, wenn sie gar keinen Titel holen?“

Für Marco Reus ist genau das der Punkt. „Ich bin nach Dortmund gekommen, um Titel zu gewinnen. Und die Chance auf meinen ersten richtigen Titel bietet sich am Samstag“, verkündete der Nationalspieler: „Wir sind die Mannschaft, die die Bayern am ehesten schlagen kann.“ In dieser Saison gelang es zweimal, im Supercup-Finale (4:2) und erst vor wenigen Wochen in der Bundesliga beim 3:0-Sieg in München. Und ohne Titelgewinn kommt Reus womöglich auf die Idee, den Verein zu tauschen. Sein Vertrag enthält eine Ausstiegsklausel, wonach er 2015 für eine festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von 35 Millionen Euro wechseln kann. Auf Fragen nach Bestrebungen, ihm diese Klausel abzukaufen, mochte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nicht direkt antworten. „Marco ist ein unfassbar guter Fußballer. Wir wollen ihn so lange wie möglich hier spielen sehen.“ Reus selber vermied allerdings ein Treuebekenntnis. „Beim BVB fühle ich mich derzeit sehr wohl. Aber jeder Spieler muss das Beste für sich rausholen. “

Während die Münchner am Donnerstag bis auf den angeschlagenen Bastian Schweinsteiger (Patellasehne) und den angeblich abwanderungswilligen Mario Mandzukic (beide sollen aber Sonnabend nachreisen) das Hotel bezogen, in dem sie auch beim frühen Titelgewinn am 25. März beim 3:1 gegen Hertha logiert hatten, reist Jürgen Klopps Team erst Freitag an. „Es geht auch um die Vorherrschaft in Deutschland und darum, es dem Kontrahenten zu zeigen“, betonte Bayerns Thomas Müller. „Vielleicht lag zuletzt ein kleiner Schatten auf der Saison. Jetzt müssen wir halt schauen, dass wieder die Sonne durchkommt.“ Niersbach hofft dagegen, dass sich die Nationalspieler von Bayern (sieben) und vom BVB (sechs) nicht zu sehr beharken. Nur vier Tage später beginnt die gemeinsame WM-Vorbereitung.