Saisonende

„Ich bin ein Münchner! Ich liebe euch!“

Guardiola genießt seine erste Meisterfeier beim FC Bayern

Die Großen des Fußballs orientierten sich an den Großen der Unterhaltungsbranche. Philipp Lahm tanzte mit der Meisterschale in der Hand Michael Jacksons „Moonwalk“. Thomas Müller moderierte die Feier des FC Bayern auf dem Rathausbalkon sehr launig und war dabei irgendwas zwischen Thomas Gottschalk und Joko Winterscheidt. Rafinha imitierte mit seiner tiefen Stimme Louis Armstrong und sang „What a wonderful world“. Und Pep Guardiola?

Der Startrainer griff Sonnabend um 21:42 Uhr zum Mikrofon und erinnerte (wohl ungewollt) an einen Großen der Politik, an John F. Kennedy, den einstigen Präsidenten der USA, dessen Spruch „Ich bin ein Berliner!“ in die Geschichte einging. „Ich bin ein Münchner! Ich liebe euch! Mia san mia“, sagte Guardiola. Seine Rede war mit Spannung erwartet worden, und nun jubelten die 15.000 Fans auf dem Marienplatz. „Ich bedanke mich beim FC Bayern für diese riesen Gelegenheit, hier zu sein. Ich bin stolz auf die Mannschaft und auf euch“, betonte der 43-jährige Spanier. Seine erste Meisterschaft ist die 24. des Rekordmeisters. Das Aus im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid und der Druck vor dem Pokal-Finale am Sonnabend im Olympiastadion – für einige Stunden vergessen. „Diese erste Meisterschaft ist für mich als Katalanen sehr speziell“, sagte Guardiola und strahlte vor Freude.

Nach dem Spiel hatten sich Guardiola und seine Spieler Lederhosen angezogen und sich im offenen Bus durch die Stadt fahren lassen. Im Rathaus angekommen, gratulierte ihnen Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Danach aß die Bayern-Familie im Postpalast und ließ den Tag mit einer weiteren Party ausklingen, die Stars sangen und tanzten. Auch der wegen Steuerhinterziehung verurteilte Ex-Präsident Uli Hoeneß, Ligapräsident Reinhard Rauball und der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) waren dabei. Hoeneß wird bald seine Haftstrafe antreten, will dies laut „Focus“ aber nicht wie vorgesehen in der Justizvollzugsanstalt Landsberg tun, weil diese kürzlich einen Medientag veranstaltete. Hoeneß sei schockiert gewesen, heißt es.